{"id":2426,"date":"2018-04-04T10:40:16","date_gmt":"2018-04-04T08:40:16","guid":{"rendered":"https:\/\/zoemobil.de\/?p=2426"},"modified":"2019-04-16T09:43:23","modified_gmt":"2019-04-16T07:43:23","slug":"prima-fuers-klima","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/zoemobil.de\/?p=2426","title":{"rendered":"\u201ePrima f\u00fcrs Klima?\u201c"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_2433\" aria-describedby=\"caption-attachment-2433\" style=\"width: 675px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/zoemobil.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/Da-kommt-Umwelt-raus-675x506.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/zoemobil.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/Da-kommt-Umwelt-raus-675x506.jpg\" alt=\"\" width=\"675\" height=\"506\" class=\"size-full wp-image-2433\" srcset=\"https:\/\/zoemobil.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/Da-kommt-Umwelt-raus-675x506.jpg 675w, https:\/\/zoemobil.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/Da-kommt-Umwelt-raus-675x506-300x225.jpg 300w, https:\/\/zoemobil.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/Da-kommt-Umwelt-raus-675x506-268x200.jpg 268w\" sizes=\"(max-width: 675px) 100vw, 675px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-2433\" class=\"wp-caption-text\">Hier gibts lecker was f\u00fcr die Umwelt<\/figcaption><\/figure>\n<p>Ach ja, manchmal denkt man, es hakt. Da setzt sich unser allseits beliebter, gelb schwarzer Automobilclub mit dem Heidelberger Institut f\u00fcr Energie und Umweltforschung zusammen, um erstmals \u201edie umfassende CO2-Bilanz aller Antriebsarten\u201c zu erstellen und was kommt dabei heraus? Diesel SUVs sind umweltfreundlicher als Elektroautos und Verbrennungsmotoren sollten gef\u00f6rdert werden.<\/p>\n<h3>Wer es nicht glaubt, liest bitte nach<\/h3>\n<p>Auf Seite 20 der motorwelt-Ausgabe 04\/2018 findet man:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eBei den gro\u00dfen Autos zeigt der Diesel \u2026 die mit Abstand beste CO2-Bilanz.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>Und auf derselben Seite weiter unten sogar im Fettdruck:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eNicht gut f\u00fcrs Klima: Elektroauto als \u2026 Stadtfahrzeug.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>Der Artikel kommt auf Seite 22 zu dem Schluss:<\/p>\n<blockquote><p>\u201e\u2026 F\u00f6rderinstrumente wie der aktuelle Umweltbonus nur f\u00fcr Elektro- und Plug-in-Fahrzeuge \u2026 nicht zielf\u00fchrend.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>Endlich wissen wir Bescheid. Nicht die Verbrennung von fossilen Energietr\u00e4gern wie \u00d6l und Kohle verschmutzt die Luft in unseren St\u00e4dten und hat die weltweite Klimadiskussion \u00fcberhaupt erst ausgel\u00f6st, sondern der Bau, Betrieb und die F\u00f6rderung von Elektroautos ist der Grund allen \u00dcbels. Schlie\u00dflich hat<\/p>\n<blockquote><p>\u201e\u2026 bei st\u00e4rker motorisierten Fahrzeugen der Diesel klimatisch klar die Nase vorn.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>Und wer will schon schw\u00e4cher motorisierte Fahrzeuge? Also was bitte soll der Elektromotor im Auto??? Wenn wir die Umwelt retten wollen, brauchen wir mehr Diesel!<\/p>\n<h3>Fakten und Fakes<\/h3>\n<p>Nun lassen sich Tatsachen nat\u00fcrlich immer aus verschiedenen Richtungen betrachten. Die Realit\u00e4t kann auf die eine und auf eine andere Weise erscheinen. Und selbstverst\u00e4ndlich darf man unterschiedlicher Meinung sein und dies auch drucken.<\/p>\n<p>Es ist ebenfalls m\u00f6glich, Fakten so darzustellen und mit Schlussfolgerungen zu erg\u00e4nzen, dass ein bestimmter Anschein entsteht, der die Tatsachen verzerrt und einen falschen Eindruck hinterl\u00e4sst. Es l\u00e4sst sich nicht beweisen, dass dies im vorliegenden Artikel des ADAC beabsichtigt ist. Allerdings ber\u00e4t das f\u00fcr die Daten und Auswertungen hinzugezogene IFEU Institut zum Beispiel auch die Deutsche Shell AG und die Volkswagen AG (Quelle: Wikipedia). Und da mag der Schelm denken, was er will &#8211; auch b\u00f6ses.<\/p>\n<p>20 Millionen ADAC Mitglieder (Stand Dezember 2017) \u00fcber die kostenlose Clubzeitung mit der wissenschaftlich belegten Information zu versorgen, dass Elektroautos erst einmal nicht die L\u00f6sung sondern das Problem sind, ist schon ein starkes St\u00fcck. Man k\u00f6nnte es auch Manipulation oder Verdummung nennen. Wenn man eine Absicht unterstellt. Aber sicherlich geht es hier nur um die neutrale journalistische Darstellung des Themas CO2 f\u00fcr uns Autofahrer.<\/p>\n<p>Jedoch: Wenn der Verbrennungsmotor \u201enoch ein gro\u00dfes Potenzial\u201c h\u00e4tte, g\u00e4be es dann die Drohung mit Fahrverboten? H\u00e4tten dann Autohersteller ihre Kunden betr\u00fcgen m\u00fcssen, um wenigstens die aktuell geltenden Grenzwerte zu \u201eerf\u00fcllen\u201c, geschweige denn die zuk\u00fcnftigen?<\/p>\n<h3>Zwischen den Zeilen lesen<\/h3>\n<p>Richtig ist selbstverst\u00e4ndlich, dass Strom aus Braunkohle, sagen wir mal, ein kleines Bisschen mehr CO2 in der Atmosph\u00e4re bewirkt, als zum Beispiel solcher, der aus dem Generator einer Windkraftanlage stammt. Der aktuelle Strommix ist allerdings ebenfalls das Resultat der politischen Bevorzugung einer bestimmten Branche und nicht naturgegeben.<\/p>\n<p>\u00dcbrigens braucht es nach einer Berechnung des Magazins elektro auto mobil (Ausgabe 01\/2018) genau 10 Umdrehungen einer einzigen modernen Windkraftanlage um ein Tesla Modell S 100D von ganz leer auf ganz voll aufzuladen. Bei einer Renault ZOE ZE40 sind es etwas weniger als vier Umdrehungen. Damit kommt man mit beiden Fahrzeugen etwa 350km weit.<br \/>\nNun wird allerdings tats\u00e4chlich in Deutschland ein Viertel des Stroms aus Braunkohle gewonnen. B\u00f6se Elektroautos!<\/p>\n<p>Und ebenso korrekt ist die Feststellung, dass der Bau von Metall-Karosserien f\u00fcr alle Autos dieselbe Energie erforderlich macht, egal, ob sie ein Elektromotor oder ein Verbrennungsmotor antreibt. Tats\u00e4chlich kommt beim Elektroauto noch der gro\u00dfe Akku hinzu, der zur Herstellung offenbar viel Energie ben\u00f6tigt. B\u00e4h, pfui!<\/p>\n<p>Allerdings steht noch \u00fcberhaupt nicht fest, wie lange der f\u00fcr ein Elektroauto hergestellte Akku denn \u00fcberhaupt genutzt werden wird. Mit der Verschrottung des Autos wird er jedenfalls nicht weggeworfen, denn er ist viel zu wertvoll f\u00fcr den M\u00fcll. Das \u201ezweite Leben\u201c der Akkuzellen in Anwendungen wie station\u00e4ren Pufferspeichern f\u00fcr Lades\u00e4ulen, f\u00fcr Photovoltaik oder \u00e4hnliche unregelm\u00e4\u00dfige Stromquellen ist sehr wahrscheinlich. Dies umso mehr, wenn erst einmal millionen Elektrofahrzeuge existieren und Hunderttausende von ihnen j\u00e4hrlich ersetzt werden m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Auch ein Elektromotor kann ohne weiteres 100 Jahre alt werden, wenn die wenigen Verschlei\u00dfteile wie zum Beispiel die Lager ersetzt wurden. Es ist also anzunehmen, dass in einer zuk\u00fcnftigen Welt der Elektromotor aus einem alten Auto weitere Lebenszyklen haben wird und die f\u00fcr seine Herstellung aufgewendete Energie mehrfachen Nutzen findet.<br \/>\nDies sind allerdings keine Fakten sondern Annahmen. Vermutungen.  Sie sind spekulativ. Aktuell nicht real. Aber sehr wahrscheinlich und vern\u00fcnftig.<\/p>\n<h3>Trau keiner Statistik&#8230;<\/h3>\n<p>Der <a href=\"https:\/\/www.adac.de\/_ext\/motorwelt\/ADAC-Motorwelt-4-2018.pdf\" rel=\"noopener noreferrer\" target=\"_blank\">Artikel des ADAC \u201ePrima f\u00fcrs Klima?\u201c<\/a> ist durchaus geeignet, sich eine eigene Meinung zu bilden. Wenn man keine begleitendenden Informationen hat, macht er es aber schwierig, die Wahrheit hinter den Zahlen zu erkennen. Wie immer die f\u00fcr jeden aussehen mag. Die im Artikel getroffenen Schlussfolgerungen sind jedenfalls nicht die einzigen, die man aus der Lage der Fakten lesen kann.<\/p>\n<p>Die Interpretation der grafischen Darstellungen auf Seite 20 k\u00f6nnte also auch so aussehen:<\/p>\n<p>Die Herstellung eines Elektroautos \u2013 egal welcher Fahrzeugklasse &#8211; ben\u00f6tigt erheblich weniger Energie, als allein der <strong>Betrieb<\/strong> eines Autos mit Verbrennungsmotor erfordert. Das Fahren mit dem Elektroauto ist nach seiner Herstellung nicht mehr belastend f\u00fcr die Umwelt, da der Strom daf\u00fcr aus erneuerbaren Quellen stammen kann. Je l\u00e4nger man ein Elektroauto f\u00e4hrt, desto besser ist die \u00d6kobilanz. Ganz im Gegensatz zum fossilen Antrieb, dessen Emmissionen f\u00fcr immer und ewig in die Umwelt gelangen.<\/p>\n<h3>Ein (anderes) Fazit<\/h3>\n<p>Die Zeiten des Verbrennungsmotors sind vorbei, wenn wir das Ziel haben, die Umwelt von den Folgen des Stra\u00dfenverkehrs zu entlasten. Die Zukunft geh\u00f6rt dem Elektromotor. Wir sollten unsere Industrie und unsere Gesellschaft so schnell wie m\u00f6glich darauf einstellen, denn noch haben wir die fossilen Ressourcen, die wir f\u00fcr den Wechsel der Technologie vielleicht brauchen werden.<\/p>\n<p>Das w\u00e4re vern\u00fcnftig. Und was beinahe noch besser ist: Ein Elektromotor f\u00e4hrt sich einfach auch supergeil!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ach ja, manchmal denkt man, es hakt. Da setzt sich unser allseits beliebter, gelb schwarzer Automobilclub mit dem Heidelberger Institut f\u00fcr Energie und Umweltforschung zusammen, um erstmals \u201edie umfassende CO2-Bilanz aller Antriebsarten\u201c zu erstellen und was kommt dabei heraus? 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