{"id":364,"date":"2014-03-03T00:35:56","date_gmt":"2014-03-02T23:35:56","guid":{"rendered":"http:\/\/zoemobil.de\/?p=364"},"modified":"2021-09-24T18:51:19","modified_gmt":"2021-09-24T16:51:19","slug":"neues-von-der-elektrocuisine","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/zoemobil.de\/?p=364","title":{"rendered":"Neues aus der ElektroCuisine"},"content":{"rendered":"<p>Berlin, M\u00e4rz 2014<\/p>\n<p>Nachdem die Bundesregierung schon im letzten Jahr das Ziel verlautbaren lie\u00df, bis zum Jahr 2020 eine Million elektrisch betriebener Kochherde in die Haushalte bringen zu wollen, tut sich nun auch langsam etwas auf dem K\u00fcchenmarkt. Zwar sehen die Hersteller von Kochstellen mit konventioneller Energieversorgung derzeit nur geringe Absatzchancen, haben aber nach ersten Studien nun die Serienproduktion von Elektroherden aufgenomen.<\/p>\n<h3>Nachfrage bisher zur\u00fcckhaltend<\/h3>\n<p>&#8222;Unsere Mitglieder k\u00f6nnen bisher seitens ihrer Kunden nur eine m\u00e4\u00dfige Nachfrage bez\u00fcglich Elektroherden verzeichnen.&#8220; \u00e4u\u00dfert sich ein Sprecher des Verbandes der K\u00fcchenhersteller gestern in einem Interview der Zeitschrift &#8222;Herd, Platte und Kochen&#8220;. Die Kundschaft sei sich bez\u00fcglich der neuen Energiequelle noch nicht sicher, ob damit nicht zu viele Einsch\u00e4nkungen verbunden sind. &#8222;Besonders die Frage, wie lange das Kochen dann dauert und ob damit \u00fcberhaupt jederzeit die M\u00f6glichkeit zum Kochen besteht, beunruhigt viele.&#8220; so der Sprecher.<\/p>\n<h3>Technikans\u00e4tze unterschiedlich<\/h3>\n<p>Uneinigkeit herrscht innerhalb der Branche auch noch \u00fcber die Fragen der Anschlussart und des verwendeten Stroms. W\u00e4hrend in Deutschland die Hersteller Volksk\u00fcchen und Bayerische K\u00fcchenwerke den Ansatz zum Gleichstromkochen pr\u00e4ferieren, hat man sich in Br\u00fcssel f\u00fcr die Verwendung von Wechselstrom entschieden. F\u00fcr Gleichstrom sprechen die theoretisch h\u00f6heren Leistungen, was die Kochzeit drastisch verringern k\u00f6nnte. Demgegen\u00fcber ist Wechselstrom jedoch wesentlich preiswerter zu erhalten. Auch sind die Anschl\u00fcsse f\u00fcr Wechselstrom heute bereits in vielen K\u00fcchen vorhanden.<\/p>\n<h3>BKW h3 mit hochwertiger Ausstattung<\/h3>\n<p>&#8222;Wir setzen mit dem <em>h3<\/em> von vornherein auf ein Konzept, das die Freude am Kochen nicht durch reduzierte Leistung beeintr\u00e4chtigt.&#8220; lautet das Statement des Vorstandsvorsitzenden von BKW. Mit dem <em>h3<\/em> wurden demgem\u00e4\u00df v\u00f6llig neue Wege der Konstruktion beschritten. Neben einer enorm schnellen Aufheizung von 0 auf 100 Grad in unter 7 Sekunden ist auch die Kochleistung beachtlich: Eine mittlere Hammelkeule l\u00e4sst sich innerhalb k\u00fcrzester Zeit zu einem Br\u00f6ckchen Kohle verschmoren. Der <em>h3<\/em> verf\u00fcgt daf\u00fcr \u00fcber besonders gro\u00dfe Kochplatten aus handgeschmiedetem Elfenstahl. Die T\u00fcrgriffe sind mit naturbelassenem Wichtelkork aus den s\u00fcdbayerischen Alpen umkleidet und die Ofenklappe \u00f6ffnet etwas ungewohnt nach oben, um die Entnahme von Guglhupfen zu erleichtern. <\/p>\n<p>Besonders interessant aber ist ein wahlweise erh\u00e4ltlicher Kochzeitenverl\u00e4ngerer, der bei Ausfall der elektrischen Energieversorgung die W\u00e4rmeerzeugung \u00fcbernimmt und mit Klaubholz oder Kuhdung befeuert werden kann.<br \/>\nIn der Grundausstattung ist beim BKW h3 allerdings nur ein einphasiger Wechselstromanschluss vorhanden, der lediglich normale Kochzeiten erlaubt. F\u00fcr das Schnellkochen ist zwar ein Leistungspaket erh\u00e4ltlich, das an eine spezielle Gleichstromleitung angeschlossen werden kann, derzeit sind diese Anschl\u00fcsse f\u00fcr normale Haushalte aber leider noch zu kostspielig. Gemeinsam mit der Bundesregierung plant BKW jedoch Modellversuche mit Gleichstromanschl\u00fcssen in Haushalten rund um den Starnberger See.<\/p>\n<h3>Volksk\u00fcchen eher bieder<\/h3>\n<p>Der bereits seit dem Jahr 2012 mit Torfheizung gebaute <em>VK ab?<\/em> ist als <em>e-ab?<\/em> eher unauff\u00e4llig und sachlich gestaltet. Die Materialien sind schlicht, aber wertig, und entsprechen dem vom typischen VK-Kunden gew\u00fcnschten Erscheinungsbild. Die wenigen Metallteile sind matt geb\u00fcrstet, die \u00fcbrigen Fl\u00e4chen einheitlich lackiert. Er ist etwas schmaler und k\u00fcrzer als der BKW und bietet daher einem Topf weniger Platz. Allerdings bringt auch er souver\u00e4n Wasser zum Sieden und ein Schnitzel zum Brutzeln, nur in etwas l\u00e4ngerer Zeit.<\/p>\n<p>Bei der Bedienung besticht die Einfachheit, erst auf den zweiten Blick erkennt man an kleinen Details die neue Energiequelle. Leicht nostalgisch, aber witzig, wirkt der als Stilmittel mitgelieferte Torfstecher und selbst die Ascheklappe des konventionellen <em>e-ab?<\/em> ist noch vorhanden. Allerdings verbirgt sich nun dahinter die neue mehrstufige Temperatursteuerung und der Kochcomputer mit ab Werk 112 Rezepten f\u00fcr Wolfsburger Kr\u00f6tensuppe.<\/p>\n<p>Auch beim <em>e-ab?<\/em> ist serienm\u00e4\u00dfig nur der einphasige Anschluss an Wechselstrom m\u00f6glich. Mit einem Kabel f\u00fcr die heute schon verbreiteten Herdsteckdosen verringert sich die Zeit zum Aufheizen dann etwa um ein Drittel. Erst gegen einen Aufpreis ist wie beim <em>h3 <\/em>ein Gleichstromanschluss m\u00f6glich, der dann dieselben Aufheizzeiten wie beim BKW erm\u00f6glicht. Alles in allem eine solide Konstruktion, wie man es von Volksk\u00fcchen gewohnt ist. &#8222;Wir sind mit unserem ersten elektrischen Serienmodell durchaus zufrieden.&#8220; sagt der Konzernchefkoch. Schon im Fr\u00fchjahr sollen weitere Herde folgen, darunter auch ein Hybrat-Modell des beliebten VK Wolf mit Namen KTE.<\/p>\n<h3>Erfolgsmodell aus Japan<\/h3>\n<p>Der weltweit inzwischen meistverkaufte Elektroherd ist allerdings der <em>Ninjan Meat<\/em>, der als drittes Modell auf Schnellheizung mit Gleichstrom setzt und im Normalmodus nur langsam warm wird. Hier ist jedoch bereits ab Werk alles an Bord, um die gew\u00fcnschte Anschlusstechnik zu verwenden. Leider sind die verwendeten Steckdosen f\u00fcr Gleichstrom in Europa sehr rar, was seine Verbreitung hierzulande wohl eher einschr\u00e4nkt.<\/p>\n<p>Von den drei bisher beschriebenen Herden hat er die gr\u00f6\u00dfte Kochfl\u00e4che und ist in verschiedenen Austattungsvarianten zu haben, die jedoch in der Wertigkeit der Materialien nicht an BKW oder VK heranreichen. Auch das Design wirkt nicht besonders aufregend, daf\u00fcr serviert der Meat aber w\u00e4hrend des Aufheizens automatisch eine Tasse Tee und spielt dabei japanische Zupfgeigenmusik.<\/p>\n<p>Ob kandierte Fischaugen, geschmorte Walleber oder ein z\u00fcnftiges Quallenrisotto &#8211; mit dem <em>Meat<\/em> ist alles m\u00f6glich. Allerdings verlangt die Bedienung der sprachgesteuerten Kochautomatik etwas Gew\u00f6hnung, muss sie doch in japanisch erfolgen. Da ist auch die von oben nach unten h\u00fcbsch gepinselte Bedienungsanleitung auf Basis winziger Ideogramme nicht wirklich hilfreich.<\/p>\n<p>Dennoch ist der <em>Ninjan Meat<\/em> ein mit recht so verbreitetes Modell, das alle Anforderungen an einen guten Elektroherd erf\u00fcllt. Unverst\u00e4ndlich bleibt, dass die japanische Herdindustrie nicht mehr L\u00f6sungen pr\u00e4sentiert und ihren technologischen Vorsprung nutzt, den sie mit mit den erfolgreichen Hybrat-Modellen hatte &#8211; einer Kombination aus Wasserkocher und Bratofen.<\/p>\n<h3>Modelle aus Frankreich<\/h3>\n<p>Die franz\u00f6sischen Hersteller, die sich zeitweilig sogar als die Erfinder des Kochens r\u00fchmen, k\u00f6nnten gleich eine ganze Gro\u00dfk\u00fcche mit verschiedenen Modellen versorgen.<\/p>\n<p>Dabei hat der Limon\u00eb-Konzern das Modell <em>L-N\u00fcll<\/em> gemeinsam mit dem japanischen Partner Mutzikochi entwickelt. Dort hei\u00dft es <em>e-Muffli<\/em>, was im deutschen Sprachraum eher anr\u00fcchig klingt und nicht sehr erfolgreich ist. Die recht hohen Zulassungszahlen sind vor allem auf den Einsatz als Mietk\u00fcche und im Kitchen-Sharing zur\u00fcckzuf\u00fchren. Dank seiner schmalen Bauweise l\u00e4sst sich der <em>L-N\u00fcll<\/em> auch in kleinen K\u00fcchen oder hinter der T\u00fcr einsetzen. Die Anschlusstechnik entspricht recht genau der L\u00f6sung des <em>Ninjan Meat<\/em>, bietet dieselben Koch- und Aufheizzeiten und verw\u00f6hnt mit einer Tasse Tee, allerdings hier mit Lavendelaroma.<\/p>\n<p>Dagegen setzt der Mitbewerber Laurent mit seiner <em>Eve<\/em> einen anderen Akzent. Dieser Herd ist sehr auf das junge Publikum zugeschnitten, besticht mit Touch-Bedienung, niedrigem Preis und einem schicken Design. Erstaunlich ist der volumin\u00f6se Backofen und die serienm\u00e4\u00dfig integrierte M\u00f6glichkeit zum Schnellkochen. F\u00fcnf Kochplatten und je nach Modell entweder eine Topfkamera oder eine W\u00fcrzautomatik erh\u00f6hen die Praxistauglichkeit weiter.<br \/>\nHiermit kocht es sich nicht nur sehr ordentlich f\u00fcr die unmittelbare Nachbarschaft, sondern es l\u00e4sst sich auch einmal eine umfangreichere Speisenfolge zaubern. Mit dem variablen Stromanschluss wird die <em>Eve<\/em> zur Schnellk\u00fcche.<\/p>\n<p>Weitere Modelle aus demselben Hause setzen \u00e4hnlich wie bei VK auf bew\u00e4hrten Konstruktionen mit konventioneller W\u00e4rmequelle auf. So gibt es neben einer Feldk\u00fcche f\u00fcr den gewerblichen Koch auch eine eher biedere L\u00f6sung f\u00fcr klassische Eint\u00f6pfe und Braten, die aber nicht recht \u00fcberzeugen kann.<\/p>\n<p>Erw\u00e4hnt werden muss aus dem Hause Laurent nat\u00fcrlich auch noch der <em>Wuzzi<\/em>, eine Art elektrischer Campingkochtopf. Ohne Deckel und mit nur zwei Kochstellen kann man man hiermit vielleicht mal eine knusprige Sozia anbraten oder rasch ein Paar kalte Froschschenkel bekommen. F\u00fcr ersthaftes Kochen ist der <em>Wuzzi<\/em> dann doch wohl eher nicht gedacht.<\/p>\n<h3>Noch fehlt die Akzeptanz<\/h3>\n<p>Alle Herde haben jedoch eines gemeinsam: Ihre erfolgreiche Verbreitung h\u00e4ngt ma\u00dfgeblich von der Akzeptanz des elektrischen Stroms als Energietr\u00e4ger ab. Viele Kunden bef\u00fcrchten heute noch einen faden Geschmack der Speisen, wenn der Herd nicht mit kr\u00e4ftig rauchendem Scheitholz, w\u00fcrzigen Dungfladen oder wenigstens s\u00e4migem Tran betrieben wird.<\/p>\n<p>Daher hat die Bundesregierung ein umfangreiches F\u00f6rderungspaket bereitgestellt: Insgesamt 140 Millionen Euro an Mitteln f\u00fcr die Forschung und Entwicklung von Strategien zur schnellen Einf\u00fchrung des Elektrokochens warten auf den Einsatz. Es wurden 5 Regionen als &#8222;Schauk\u00fcche Elektrokochen&#8220; definiert, in denen Modellprojekte bereits angelaufen sind.<\/p>\n<p>Untersucht werden derzeit strittige Themen wie die Vertr\u00e4glichkeit von Elektrokochen mit Tischdekoration aus Wachskerzen oder die Frage, ob durch die flammenlose Kochstelle nicht die Gefahr schmerzhafter Verbrennungen ansteigen k\u00f6nnte. Auch die Auswirkung von Elektroherden auf das durchschnittliche K\u00f6rpergewicht der Verk\u00f6stigten in sozialen Einrichtungen bedarf der genauen Betrachtung und verspricht wichtige Erkenntnisse f\u00fcr zuk\u00fcnftige Entwicklungen.<\/p>\n<p>Es bleibt zu hoffen, dass sich die neue Technik m\u00f6glichst bald einer gr\u00f6\u00dferen Resonanz erfreut und weitere Modelle hinzukommen. Schlie\u00dflich k\u00f6nnten dann stinkende Dunghaufen, sperrige Scheitholzstapel oder fischige Tranf\u00e4sser bald der Vergangenheit angeh\u00f6ren. Mal ganz abgesehen von Aschebergen und Teerpf\u00fctzen als R\u00fcckst\u00e4nde intensiver Kocht\u00e4tigkeit.<\/p>\n<p>Na Mahlzeit!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Berlin, M\u00e4rz 2014 Nachdem die Bundesregierung schon im letzten Jahr das Ziel verlautbaren lie\u00df, bis zum Jahr 2020 eine Million elektrisch betriebener Kochherde in die Haushalte bringen zu wollen, tut sich nun auch langsam etwas auf dem K\u00fcchenmarkt. Zwar sehen die Hersteller von Kochstellen mit <a class=\"more-link\" href=\"https:\/\/zoemobil.de\/?p=364\">Weiterlesen &#8230;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[5],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/zoemobil.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/364"}],"collection":[{"href":"https:\/\/zoemobil.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/zoemobil.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/zoemobil.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/zoemobil.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=364"}],"version-history":[{"count":30,"href":"https:\/\/zoemobil.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/364\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4238,"href":"https:\/\/zoemobil.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/364\/revisions\/4238"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/zoemobil.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=364"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/zoemobil.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=364"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/zoemobil.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=364"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}