{"id":608,"date":"2014-05-30T11:34:03","date_gmt":"2014-05-30T09:34:03","guid":{"rendered":"http:\/\/zoemobil.de\/?p=608"},"modified":"2019-01-26T18:30:58","modified_gmt":"2019-01-26T17:30:58","slug":"mit-subishi-presse-und-prosecco","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/zoemobil.de\/?p=608","title":{"rendered":"Mit Subishi, Presse und Prosecco"},"content":{"rendered":"<p>Nun gibt es sie: Die wohl erste (?) Schnellladestation im \u00f6ffentlichen Berliner Stra\u00dfenraum, an der sowohl CHAdeMO, als auch CCS und Typ2 Stecker vorhanden sind. An der Ecke Linkstra\u00dfe und Joseph-von-Eichendorf-Gasse in unmittelbarer N\u00e4he zum Potsdamer Platz hat der Importeur von Mitsubishi in Deutschland, die MMD Automobile GmbH, mit diversen Partnern diese neue Ladem\u00f6glichkeit installiert und am 27. Mai eingeweiht.<\/p>\n<figure id=\"attachment_610\" aria-describedby=\"caption-attachment-610\" style=\"width: 675px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/zoemobil.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/greenmobilty-675x506-am-PP.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/zoemobil.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/greenmobilty-675x506-am-PP.jpg\" alt=\"Ladestation von Mitsubishi\" width=\"675\" height=\"506\" class=\"size-full wp-image-610\" srcset=\"https:\/\/zoemobil.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/greenmobilty-675x506-am-PP.jpg 675w, https:\/\/zoemobil.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/greenmobilty-675x506-am-PP-300x224.jpg 300w, https:\/\/zoemobil.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/greenmobilty-675x506-am-PP-268x200.jpg 268w\" sizes=\"(max-width: 675px) 100vw, 675px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-610\" class=\"wp-caption-text\">Ladestation von Mitsubishi<\/figcaption><\/figure>\n<p>Somit ist nun unabh\u00e4ngig von Fahrzeugtyp und -hersteller (!) auf zwei daf\u00fcr besonders gekennzeichneten Fl\u00e4chen eine Schnellladung f\u00fcr fast alle Fahrzeuge m\u00f6glich. Zur Freischaltung des Ladevorgangs ist eine Ladekarte von TheNewMotion geeignet, die die Abrechnung des bezogenen Stroms f\u00fcr Betreiber und Nutzer vornehmen.<\/p>\n<h3>Product Placement<\/h3>\n<p>Bei dieser sch\u00f6nen Gelegenheit wurde nat\u00fcrlich auch ausgiebig der neue Mitsubishi Plug-in Hybrid Outlander pr\u00e4sentiert, der durch seine Kombination aus Benzin- und Elektromotoren und die durchaus hochwertige Gestaltung auch f\u00fcr Zielgruppen interessant sein d\u00fcfte, der es nicht in erster Linie auf das elektrische Fahren ankommt.<\/p>\n<p>Das Fahrzeug soll etwa 50 km weit bis zu 120 km\/h schnell rein elektrisch zur\u00fccklegen k\u00f6nnen, was im allt\u00e4glichen Stadtverkehr ausreichen d\u00fcrfte. Bei Bedarf f\u00e4hrt er aber auch benzingetrieben, was Skeptiker des reinen Elektrobetriebs beruhigt aufatmen l\u00e4sst. Zudem sind durch gro\u00dfes Ladevolumen, Allradantrieb und die M\u00f6glichkeit, Anh\u00e4nger zu ziehen, weitere Einsatzbereiche offen.<\/p>\n<p>Eine besondere F\u00e4higkeit und meines Wissens bisher ein Alleinstellungsmerkmal von Mitsubishi ist, dass aus dem Fahrakku auch Strom entnommen werden kann. Und zwar nicht nur Gleichstrom \u00fcber die 12V-Steckdose, sondern auch 230V Wechselstrom \u00fcber einen Wechselrichter. Bei entsprechend verf\u00fcgbarem und installiertem Ladeanschluss w\u00e4re somit zum Beispiel auch der Betrieb des Fahrzeuges als Energiespeicher f\u00fcr das Einfamilienhaus denkbar.<\/p>\n<p>Die Werbebotschaft von Mitsubishi ist also angekommen: Wir k\u00f6nnen elektrisch nicht nur den e-MiEV &#8211; der inzwischen wegen der im deutschen Sprachraum irgendwie &#8222;anr\u00fcchigen&#8220; Bezeichnung nun wohl einfach &#8222;Mitsubishi Electric Vehicle&#8220; heisst &#8211; sondern auch &#8222;richtige&#8220; Autos, sprich SUVs&#8230;<\/p>\n<h3>Cui bono &#8211; wem n\u00fctzt es?<\/h3>\n<p>Dass sowohl dieses Event (inklusive mehrfarbigem Prosecco) als auch die Lades\u00e4ule wohl aus dem Etat f\u00fcr die Produktwerbung bezahlt wird, ist naheliegend und keinesfalls verwerflich. Immerhin lebt Mitsubishi unter anderem vom Verkauf von Autos und nicht von der F\u00f6rderung Deutscher Ladeinfrastruktur. Es w\u00e4re nicht mal schlecht, wenn auch andere Hersteller sich daran ein Beispiel n\u00e4hmen und nicht nur darauf warteten, dass schlie\u00dflich der Steuerzahler die doch recht teuren Kombis\u00e4ulen f\u00fcr ihre Produkte aufstellt.<\/p>\n<p>Bei aller vorbehaltlosen Begeisterung f\u00fcr das Thema Elektromibilt\u00e4t muss man sich ohnehin immer wieder die Frage erlauben: Wieso engagieren Unternehmen sich in dieser Richtung? Was ist ihre Motivation? Die Antworten darauf erkl\u00e4ren viele Aktionen, die manchmal auf den ersten Blick nicht das allgemein gew\u00fcnschte Ziel anpeilen und bez\u00fcglich des praktischen Nutzens nicht immer optimal sind.<\/p>\n<p>Es ist in Berlin und Brandenburg die sicher nicht leichte Aufgabe der Berliner Agentur f\u00fcr Elektromobilit\u00e4t eMO, die Unternehmen dazu anzuregen, Investitionen in die Elektromobilit\u00e4t vorzunehmen. Zwar gibt es aus dem F\u00f6rdertopf auch einiges an Zuwendung zu verteilen, aber schon die dort seit langem wartenden Gelder zeigen, dass betriebswirtschaftlich begr\u00fcndbare Projekte in diesem Bereich nicht so leicht zu generieren sind.<\/p>\n<p>Ich habe den anwesenden Vertretern der verschiedenen Firmen, Interessenverb\u00e4nden und der Politik dennoch die etwas provokante Frage gestellt, ob denn geplant sei, nicht nur an solch plakativen Orten wie dem Potsdamer Platz Schnellades\u00e4ulen zu errichten, sondern auch an weniger exponierten Orten auf dem &#8222;platten Land&#8220;. Dort w\u00e4re die \u00f6ffentliche Aufmerksamkeit nat\u00fcrlich wesentlich geringer, jedoch der praktische Nutzen immens h\u00f6her.<\/p>\n<p>Die Antwort von J\u00f6rg Welke, dem Projektmanager f\u00fcr Presse- und \u00d6ffentlichkeitsarbeit der Berliner Agentur f\u00fcr Elektromobilit\u00e4t eMO, war mir dann allerdings etwas zu allgemein formuliert. Zwar sei die Schaffung von mehreren tausend Lades\u00e4ulen in Berlin und Brandenburg bis 2015 geplant und man w\u00fcrde sich durchaus Gedanken zu sinnvollen Standorten machen, konkrete Termine f\u00fcr die erste Versorgung von Rastst\u00e4tten oder Pastpl\u00e4tzen an Fernstra\u00dfen nannte er jedoch nicht.<\/p>\n<p>Das w\u00e4re sicher auch schwierig, denn man sollte sich vor Augen halten, wie kompliziert die Schaffung eines solchen Ladepunktes in der Praxis ist. Technisch ist kein Problem vorhanden, dass nicht relativ einfach gel\u00f6st werden k\u00f6nnte. Jedoch sind vorher eine Menge rechtlicher Fragen zu kl\u00e4ren und nicht zuletzt auch die Finanzierung.<\/p>\n<p>Die genannten Kosten von rund \u20ac25.000 f\u00fcr eine Kombis\u00e4ule mit CHAdeMo, CCS und Typ 2 mit 20 bzw. 22kW Leistung je Anschlussart sind eine Sache. Dieses Geld plus Unterhalt, Reparatur und Ersatz mit dem Betrieb der S\u00e4ule wieder hereinzuholen, ist meines Erachtens nicht m\u00f6glich. Daf\u00fcr ist der Strom zu preiswert und selbst bei maximaler Auslastung w\u00e4re der notwendige Aufschlag allein zur Kostendeckung zu hoch. Von einem unmittelbaren wirtschaftlichen Gewinn ganz zu schweigen.<\/p>\n<p>Ein wesentliches Problem wird jedoch das sehr aufwendige und teilweise vergebliche Bem\u00fchen sein, die beteiligten Eigent\u00fcmer, Firmen und Beh\u00f6rden zu einer einvernehmlichen L\u00f6sung zu bewegen. Wenn der oder die Eigent\u00fcmer sich sperren oder beh\u00f6rdliche Genehmigungen an fehlenden Gesetzen und Verordnungen scheitern, kommen selbst gut gemeinte und fortschrittliche Projekte im Sinne der Gesellschaft nicht zur Ausf\u00fchrung. Guter Wille bei den Initiatoren reicht also nicht aus, die Politik muss sich auch um die juristischen Grundlagen k\u00fcmmern.<\/p>\n<p>In diese Richtung zielte auch die Antwort auf die Frage eines anderen Gastes, was man tun k\u00f6nnte, wenn eine Eigent\u00fcmergemeinschaft der Installation von privater Ladetechnik nicht zustimmt. Immerhin ist dieses Problem offenbar auch aus Erfahrungen in den USA bekannt, wo entsprechende Gesetze diese Frage inzwischen l\u00f6sen. Auch in Deutschland brauchen wir demnach dringend eine Anpassung des Wohnungseigentumsgesetzes (WEG-Gesetz oder WoEigG), damit die gesellschaftliche Aufgabe der Schaffung von Ladeinfrastruktur nicht von privaten Interessen blockiert wird.<\/p>\n<p>Es bleibt also noch eine Menge f\u00fcr die Politik zu tun, um die wesentliche Grundlage f\u00fcr die Verbreitung elektrischer Fahrzeuge zu schaffen. Die Infrastruktur wird die Gesellschaft tragen m\u00fcssen, so wie das beim Stra\u00dfenbau auch der Fall ist. Initiativen wie die von Mitsubishi und vielen anderen Unternehmen und Verb\u00e4nden sind zu begr\u00fc\u00dfen und zu f\u00f6rdern, aber die Aufgabe bleibt dennoch eine gesellschaftliche und h\u00e4ngt meiner Meinung nach eng mit der Umgestaltung der Energiewirtschaft zusammen.<\/p>\n<h3>Interesse und Interessenten<\/h3>\n<p>Aber nun bin ich abgeschweift. Ein Gedanke noch zu den Teilnehmern und G\u00e4sten des Events. Nat\u00fcrlich haben die an der Realisation der Veranstaltung  beteiligten Firmen ihre Vertreter gesandt und auch die Presse war mit bild- und wortschaffenden Mitarbeitern anwesend.<\/p>\n<p>Beim Gespr\u00e4ch mit anderen Teilnehmern zeigte sich f\u00fcr mich beinahe \u00fcberraschend, dass fast alle sich beruflich und professionell mit Elektromobilit\u00e4t besch\u00e4ftigen. Potenzielle Kunden oder einfach nur interessierte B\u00fcrger habe ich kaum wahrgenommen. Dennoch richtet sich die Botschaft nicht an die Profis. Vielmehr geht es um die Aufmerksamkeit der \u00d6ffentlichkeit. Ein Schaufenster halt, das zeigt, dass die Elektromobilit\u00e4t als eine akzeptable und funktionierende L\u00f6sung im Stra\u00dfenverkehr angekommen ist.<\/p>\n<p>Und dies ist nicht nur der Erfolg der Unternehmen, die sich &#8211; v\u00f6llig zu Recht und selbstverst\u00e4ndlich &#8211; vor allem im Rahmen ihres Gesch\u00e4ftes mit dem Thema besch\u00e4ftigen und engagieren. Man trifft auch Menschen, die sich seit vielen Jahren der Idee wegen mit Alternativen zu fossilen Betriebsstoffen besch\u00e4ftigen und daf\u00fcr einsetzen. Ihre Leistung und ihr Anteil an dem, was heute zum erkl\u00e4rten Ziel geworden ist, sollte nicht ohne Anerkennung bleiben.<\/p>\n<p>Bisher v\u00f6llig meiner Wahrnehmung entgangen ist zum Beispiel der &#8222;<a href=\"http:\/\/www.bsm-ev.de\/\" title=\"Bundesverband Solare Mobilit\u00e4t e.V.\" target=\"_blank\">Bundesverband Solare Mobilit\u00e4t e.V.<\/a>&#8222;, der sich seit 20 Jahren f\u00fcr &#8222;umweltvertr\u00e4gliche Verkehrssysteme und die Nutzung solarer Energien&#8220; einsetzt.<\/p>\n<p>So ist mein Fazit f\u00fcr diese Veranstaltung positiv: neben neuer Infrastruktur und einem interessanten Fahrzeug habe ich bekannte Gesichter wiedergesehen und neue Einblicke in die Arbeit weiterer engagierter Menschen bekommen.<\/p>\n<p>Es tut sich offensichtlich mehr im Bereich der Elektromobilit\u00e4t als man vermutet.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nun gibt es sie: Die wohl erste (?) Schnellladestation im \u00f6ffentlichen Berliner Stra\u00dfenraum, an der sowohl CHAdeMO, als auch CCS und Typ2 Stecker vorhanden sind. An der Ecke Linkstra\u00dfe und Joseph-von-Eichendorf-Gasse in unmittelbarer N\u00e4he zum Potsdamer Platz hat der Importeur von Mitsubishi in Deutschland, die <a class=\"more-link\" href=\"https:\/\/zoemobil.de\/?p=608\">Weiterlesen &#8230;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":610,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[5,7,9,8,6],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/zoemobil.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/608"}],"collection":[{"href":"https:\/\/zoemobil.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/zoemobil.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/zoemobil.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/zoemobil.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=608"}],"version-history":[{"count":13,"href":"https:\/\/zoemobil.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/608\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":623,"href":"https:\/\/zoemobil.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/608\/revisions\/623"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/zoemobil.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/610"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/zoemobil.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=608"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/zoemobil.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=608"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/zoemobil.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=608"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}