… und bezahlen

Reiseapotheke elektrisch
Reiseapotheke elektrisch

Dieses Thema basiert auf zwei Beiträgen, die ich 2014 und 2017 verfasst habe. Laufende Änderungen und Ergänzungen haben die Texte seitdem aber sehr lang und unübersichtlich werden lassen. Daher habe ich die Themen „Laden“ und „Bezahlen“ nun getrennt.

Wer die ursprünglichen Beitrage in voller Länge sucht, kann sie hier und dort Finden.

QuickLinks

Aktuelle Empfehlung: Was man unterwegs dabei haben sollte
Sonderfall: Laden in Berlin

Anbieter für Ladetarife
Naturstrom
New Motion
be emobil
Plugsurfing
Innogy, RWE, BEW Autostrom
InCharge aka Vattenfall
EnBW, ADAC
Maingau Energie „EinfachStromLaden“ *Empfehlung*
e.on, Tank & Rast
Ladenetz
VW, BMW, Renault, Nissan, Daimler Benz
Telekom-Ladestrom „GET CHARGE“
Tesla

Zwei zusätzliche Links zu detailliert recherchierten und kompetent geschriebenen Beiträgen sollte hier nicht fehlen: Das Portal „Energieheld“ bietet einen sehr vollständigen Überblick zu allen Anbietern von Ladetarifen und ein Interview mit generellen Tipps aus der Praxis.

Wer lädt, zahlt … aber nicht immer

Noch gibt es einige kostenlose Angebote zum Laden und manche Fahrer von Elektroautos haben es sich zum Sport gemacht, dieses Gratisangebote zu finden und zu nutzen. Aber es werden generell weniger. In diesem Jahr gehen zum Beispiel die Autobahn-Raststätten zum Bezahlverfahren über.

Handelsketten wie Aldi, Kaufland, Lidl, REWE, IKEA und andere bieten dagegen auf immer mehr ihrer Kundenparkplätze kostenlose Ladesäulen an. Auch einige andere Firmen wie Einzel- und Großhändler, Restaurants und Hotels sowie Stadtverwaltungen und Stadtwerke erlauben E-Mobilisten das Laden an ihren Anschlüssen. Ebenso offerieren einige private Initiativen Ladestrom gegen eine Spende oder sogar gratis.

Strom vom Dach, Laden frei
Strom vom Dach, Laden frei

Da die Dächer mancher Unternehmen für Photovoltaik genutzt werden, bieten beispielsweise entsprechend ausgestattete Parkhäuser und Parkplätze kostenlosen Ladestrom und lassen sich weiterhin lediglich das Parken bezahlen – so wie hier in Rostock. An den deutlich gekennzeichneten Ladeplätzen hängen dann z. B. RFID-Chips an der Wallbox, die den Ladevorgang starten, oder man muss eine SMS an eine bestimmte Rufnummer senden.

Für einige Unternehmen wird es sich also auch in Zukunft rechnen, die kostenlose Abgabe des Stroms beizubehalten, wenn die Fahrzeuginsassen während des Ladevorgangs etwas einkaufen oder verzehren. Andere werden sich für ihre Säulen überregionale Betreiber suchen und den Ladestrom bepreisen. Es ist jedoch naheliegend, dass auf lange Sicht mehr oder weniger alle Ladeanschlüsse ein Bezahlverfaren brauchen. Und die sind leider lange noch nicht einheitlich: Manche Verfahren funktionieren nur an Säulen bestimmter Stromlieferanten, sind regional begrenzt oder an ein ganz spezifisches elektronisches Medium gebunden. Es gibt sogar Verfahren mit PrePaid-Karten für einzelne Säulen, die vorher und während bestimmter Öffnungszeiten erworben werden müssen.

Mindestens ein Angebot zum barrierefreien Laden ist bei neuen Ladesäulen zwar Pflicht, aber dessen Nutzung dürfte wegen der notwendigen Aufschläge und Servicegebühren von Banken und Kreditkartenfirmen zu recht teuren Ladevorgängen führen.

Für einen verlässlichen und preiswerten Strombezug in der Öffentlichkeit muss man daher als Elektroauto-Fahrer gut vorbereitet sein. Mitunter ist es sinnvoll, einen festen Vertrag mit einem bestimmten Anbieter abzuschließen. Zwar ist dann häufig eine monatliche Grundgebühr zu entrichten, dafür kann man aber an den Säulen des jeweiligen Anbieters und gegebenenfalls dessen Partnern zu einem besonders günstigen Preis laden. Weil aber jedes Versorgungsunternehmen mehr oder weniger eigene Vorstellungen von der Gestaltung seines Tarifes hat, lohnt sich ein Vergleich.

Ladekarten, hier von VW, The NewMotion und Vattenfall
Ladekarten, hier von VW, The NewMotion und Vattenfall

Neben Unternehmen mit eigenen Säulen gibt es schon seit längerem auch reine Abrechnungsunternehmen, die selbst keine Säulen aufstellen und betreiben, die aber mit einer Karte oder einem Chip überregional und zum Teil international das Laden an einer sehr großen Zahl von Ladesäulen ganz verschiedener Anbieter ermöglichen.

Ähnliches haben sich einige Autohersteller ausgedacht, darunter VW bzw. Audi, BMW, Mercedes (inzwischen wieder eingestellt), Nissan und Renault.

Die RFID-Karte oder den -Chip zum Freischalten der Säule per Funk erhält man in der Regel nach einer Anmeldung und Angabe eines Zahlungsmittels im Internet oder direkt beim Autohändler.

Der Service ist oft gekoppelt mit einer kostenlosen App für das Handy, die die Lage und technischen Daten der Säulen anzeigt, Auskunft über Verfügbarkeit der Säule gibt, teilweise auch den Ladevorgang starten kann – und den jeweiligen Preis für den Ladevorgang nennt.

Preisk(r)ampf

Leider findet sich hier mit das größte Problem, denn teilweise sind die von den Betreibern kalkulierten Preise für den Ladevorgang zuzüglich eines Aufschlags für die Abrechnung und einer Gewinnmarge jenseits von Gut und Böse. Umgerechnet auf Euro je 100km ist in manchen Fällen eine Fahrt über Land mit dem Verbrennungsmotor im SUV sogar deutlich günstiger als mit dem Elektroantrieb im Kleinwagen. Grundsätzlich ist das natürlich umgekehrt, denn der Elektromotor wird wesentlich preisgünstiger mit Energie versorgt und ist sparsamer als jeder andere Antrieb.

43kW AC in Grevesmühlen
43kW AC in Grevesmühlen

Einen nachvollziehbaren Preis pro geladener kWh, bargeldlos bezahlbar wie am Fahrscheinautomaten oder auf der Tankstelle werden wir wohl erst in eingen Jahren erleben. Doch seinen Anschluss einfach ohne Bezahlsystem zu betreiben und auf die Ehrlichkeit der Nutzer zu vertrauen, ist sicherlich auf ganz lange Sicht ebenfalls kein Modell.
Hier in Grevesmühlen zum Beispiel kann man jedenfalls noch „volle Pulle“ laden und bezahlt dann seinen Strom ganz simpel mit Klimpergeld, das man in den Briefkasten wirft. Ein Verfahren, das ebenso wie ein Pauschalpreis pro Ladevorgang oder die zeitbasierte Berechnung bald verschwunden sein dürfte, denn letztere sind eigentlich ab 2. Quartal 2019 nicht mehr zulässig. Bis dahin läuft eine Übergangsfrist. Danach müssen Ladesäulen eichrechtlich nachgerüstet sein und nachvollziehbare kWh-Angaben liefern.

Es besteht also durchaus die Hoffnung, dass Angebot und Nachfrage zu attraktiveren Preisen und einfachen Tarifmodellen führen, die Politik sinnvoll regelnd und zielgerichtet fördernd eingreift – und dass bald Weltfrieden herrscht.

Bis dahin muss man halt aus dem vorhandenen, unüberschaubaren und komplizierten Angebot auswählen und für sein Auto und für sich selbst den günstigsten Weg finden. Bei GoingElectric sind inzwischen mehr als 200 verschiedene Ladekarten gelistet. Über Auswahl kann man sich also nicht beklagen. Es lohnt sich somit, auch dort nach einer ganz spezifischen oder regionalen Lösung für den individuellen Bedarf zu suchen.

Die folgende Übersicht soll ebenfalls bei der Auswahl helfen und die wichtigsten Anbieter vorstellen. Unter jedem Abschnitt, der einen Tarif oder ein Bezahlverfahren behandelt, habe ich zum Vergleich der Kosten ein Berechnungsbeispiel für einen typischen AC-Ladevorgang mit der ZOE über 19kWh in 52 Minuten an einer der sehr verbreiteten 22kW-Ladesäulen ergänzt.

Alle Angaben in diesem Artikel sind übrigens ohne Gewähr und bitte vor dem Laden zu prüfen. Leider ändert sich immer wieder etwas und einige Formulierungen im Angebot stellen sich in der Praxis als missverständlich oder sogar falsch heraus.

Aktuelle Empfehlung (Stand September 2019)

Bevor es also ins – für manche Leser vielleicht zu ausführliche – Detail geht, hier einige kurz gefasste Empfehlungen, ausgehend von der ZOE und ihrer 22kW AC-Ladetechnik. Ist ja hier schließlich ein Blog für eben dieses Elektroauto.

Alle genannten Tarife benötigen etwas Vorbereitung. Wenn man sie unterwegs ohne Probleme nutzen möchte, sollte man also vorher mit den Anbietern in Kontakt treten, ggf. Ladekarten oder -chips bestellen, die Apps installieren, die Zugangsdaten ausprobieren und ergänzende Angaben zum Beispiel zum Zahlungsmedium machen. Ein gewaschener Hals ist ebenfalls stets hilfreich. Und natürlich sollte man wie überall in der Galaxis immer sein Handtuch dabei haben. Keine Panik!

Manche Ostereier sind eckig!

Mit dem Tarif ADAC e-charge für alle Mitglieder des Clubs lädt man ab April 2019 zum günstigen kWh-Preis von 29ct Wechselstrom (AC) und 39ct Gleichstrom (DC). Der Tarif gilt im Netz von EnBW und deren Roamingpartnern. Dafür sind die App mobility+ mit der entsprechenden Einstellung (ADAC-Mitgliedsnummer) und an bestimmten Ladesäulen (z. B. be-emobil) die ADAC RFID-Ladekarte Voraussetzung. Beides gibt es kostenlos.
Unter dem Strich vielleicht im Moment der beste Ladetarif im Angebot. Weitere Details findet man weiter unten.

Wer häufig an den vielen AC-Ladepunkten des innogy eRoaming Verbunds lädt, für den ist der BEW Autostrom Vertrag mit 30 Cent Einstiegspreis je kWh (15kWh Mindestumsatz für rund €5 im Quartal) eine günstige Lösung. Ab der 50. Kilowattstunde gibt es Rabatte. Für den Start des Ladevorgangs braucht es nach Vertragsabschluss lediglich ein Handy mit der eCharge App. Details zu dem Tarif findet man hier.

An beinahe allen Ladesäulen in Europa kommt man mit Ladekarte bzw. Ladechip und den Apps von New Motion und PlugSurfing weiter, die jedoch mitunter deutlich teurer abrechnen als der jeweils günstigste Anbieter. Man spart sich damit aber einen Stapel Zugangsverfahren und ist beim gelegentlich öffentlichen Laden, bzw. wenn man unterwegs mal überraschend Strom braucht, auf der sicheren Seite. Grundgebühr wird nicht erhoben. Eines von diesen beiden Zugangverfahren sollte man auf jeden Fall im Auto haben. Einzelheiten sind hier zu erfahren.

Grundsätzlich gilt: Eine Alternative zu einem überwiegend verwendeten Bezahlverfahren erhöht die Sicherheit für den Strombezug. Plan B in petto zu haben, hat noch nie geschadet.

Sonderfall: Laden in Berlin (Stand März 2019)

Das ist leider ein Thema für sich. Besser man umfährt den Bereich weiträumig.

Na, ganz so schlimm ist es dann doch nicht. Aber schön ist anders. Wenn eine der inzwischen recht zahlreichen Ladesäulen von be-emobil funktionieren sollte und mal nicht zugeparkt ist, kommt man mit einer Ladekarte von New Motion (bzw. naturstrom) oder dem Chip von PlugSurfing auf jeden Fall weiter. Vermutlich bis Ende März 2019 kostet ein Ladevorgang €5,45 (mit PlugSurfing €6). Definitiv günstig ist die Verwendung der inzwischen erfolgreich getesteten ADAC e-Charge Ladekarte (bzw. EnBW mobility+). Damit werden 29ct je Kilowattstunden abgerechnet.

Mehr als 11kW (bzw. einphasig 3,7kW) gibt es aber nicht. Und nach 4h muss man – zumindest zwischen 8:00 und 18:00 Uhr – den Platz spätestens wieder freimachen.

Dann gibt noch einige Ladesäulen von Vattenfall (AC 11 & 22kW) für die man eine Karte des Anbieters braucht und recht viele von innogy (AC 22kW), die per App (z. B. eCharge oder mobilty+) freigeschaltet werden können. Hier wird schon immer nach Kilowattstunde je 30 Cent (29ct mit ADAC e-charge) abgerechnet.

Oder ihr kommt bei mir vorbei, ich kann 11kW in der Tiefgarage gegen eine Spende anbieten.

Doch nun – wie angekündigt – detailiertere Informationen zu einer Auswahl von Bezahlverfahren und deren Vergleich. Links zur Bestellung der Karten findet man jeweils im Titel des Abschnitts.

NATURSTROM Ladekarte (Stand Juli 2019)

NATURSTROM mit Product Placement
NATURSTROM mit Product Placement

Durch die Kooperation mit New Motion (siehe weiter unten) kann man mit der naturstrom Ladekarte europaweit laden. Seit Oktober 2018 werden pro Ladevorgang €5,90 (Wechselstrom bis 22kW) bzw. €7,90 (Gleichstrom sowie Wechselstrom > 22kW) berechnet.
Das folgt dem immer noch aktuellen Trend und umgeht das Problem vieler Ladesäulen, die keine Messeinrichtungen nach dem Eichrecht verwenden.
Günstig ist das natürlich bei großem und möglichst leerem Akku. Je mehr man am Stück laden kann, desto niedriger ist dann auch der Preis einer Kilowattstunde.

Die Karte gibt es kostenlos. Allerdings muss man einen aktiven Liefervertrag mit naturstrom haben, also dort Kunde sein, was ich ohnehin für keine schlechte Idee halte. Schon seit einiger Zeit vor Fukushima ist das mein Stromlieferant und auch die ZOE bekam selbstredend ihren Anschluss von Naturstrom.

Die Karte selbst kann man hier bestellen, einen generellen Link zum Wechsel des Stromanbieters haben die gewitzten Vertriebler des Unternehmens zufällig auch auf der Seite untergebracht. Seit Juli 2019 gibt es auch den vergünstigten Stromkunden-Tarif naturstrom emobil für E-Auto Besitzer.

An einer typischen 22kW-Säule kostet der Beispiel-Ladevorgang (19kWh in 52 Minuten) also pauschal €5,90.

Lässt man eine ZOE mit dem großen Z.E.40- oder Z.E.50-Akku an 22kW Wechseltrom „volllaufen“, kann der Preis einer kWh bei 15,5 bis 12,8 Cent liegen (z. B. €5,90 / 38kWh oder 46kWh). Am CCS-Schnelllader (ZOEs ab Ende 2019) kostete in diesem Fall die kWh 20,8 Cent bzw. 17,2 Cent (€7,90 / 38kWh oder 46kWh). Bei einem Tesla mit 90kWh-Batterie wäre es demgemäß noch günstiger (z. B. €7,90 / 85kwh = 9ct/kWh).

(Zum Verzeichnis…)

New Motion Ladekarte und App (Stand März 2019)

Big Daddy Loves To Load
Big Daddy Loves To Load

In den Niederlanden gibt es eine wesentlich dichtere Struktur von Ladesäulen und von dort stammt auch der Anbieter der LoveToLoad-Ladekarte sowie der entsprechenden App. Seit Jahren ist NewMotion nun auch in Deutschland tätig und erlaubt es, an fast allen Ladesäulen Strom zu bezahlen.

Das hört sich erst einmal sehr gut an und hat unter anderem auch viele Kommunen überzeugt, ihre Ladesäulen mit NM abzurechnen.

In Berlin werden zum Beispiel auch alle be-emobil-Ladestationen unter anderem mit der NewMotion-Ladekarte aktiviert. Der Tarif ist hier eine Pauschale von €5,45 je Ladevorgang. Und der ist zwischen 8 und 18 Uhr auf maximal 4h begrenzt. Man muss also nicht nachts um Eins noch mal raus, um das Auto abzustöpseln und umzuparken, darf aber tagsüber auch nicht einen Arbeitstag lang die Säule blockieren.

In unserem Berechnungsbeispiel würde die Ladung der ZOE mit 19kWh bei diesem Pauschaltarif etwa einen Preis von etwa 29 Cent ergeben. Kann man stattdessen einen leeren Z.E.40-Akku über Nacht vollladen, kommt man sogar auf unter 14 Cent.

Wer die Ladekarte von NewMotion also an irgend eine Säule in Europa hält bzw. den Ladevorgang mit der App startet, wird in den meisten Fällen auch sicher Strom erhalten. Das kommt einer barrierefreien Nutzung schon recht nahe. Doch die Bequemlichkeit hat ihren Preis und man sollte vergleichen, um nicht zu viel zu bezahlen.

An einer 22kW-AC-Ladesäule in Parchim würde man die ZOE zum Beispiel aktuell mit NM für €7,80 (NM-App, 52 Minuten x 15ct) laden können, dagegen würde derselbe Ladevorgang mit BEW Autostrom Tarif €5,70 (Charge-App, 19 x 30 Cent) oder mit Maingau Autostrom Tarif €4,75 (EinfachStromLaden-App, 19 x 25 Cent) kosten.

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PlugSurfing Ladeschlüssel und App (Stand März 2019)

PlugSurfing Chip
PlugSurfing Chip

Hier ist es ein kleiner Schlüsselanhänger, der den RFID-Chip zur Identifikation des Nutzers beinhaltet und den man nach Registrierung und gegen eine Gebühr von rund €10 erhält. In Berlin ist der Chip eine der Möglicheiten, den Zugang zu einer be-emobil Säule zu erhalten. Der pauschale Preis dafür beträgt €6 je Ladevorgang.

Seit Februar 2017 bietet die App von PlugSurfing zusätzlich „Scan&Charge“ an, einen Tarif ohne Registrierung und ebenfalls ohne monatliche Grundgebühr, sofort bezahlbar per PayPal oder Kreditkarte.

Auch in diesem Fall variieren die Kosten von Anbieter zu Anbieter. Am allego Schnelllader sind mit dem PlugSurfing-Chip derzeit rund €7,50 pauschal je Ladevorgang fällig, an eRoaming-Ladesäulen rund 40ct je kWh und zusätzlich 1,3ct je Minute.

Für das Laden von 19kWh in 52 Minuten an der schon mehrfach genannten Ladesäule im Verbund eRoaming würde der Eigentümer einer ZOE €8,09 (19kWh je 39ct zuzüglich 52 Minuten je 1,3ct) berappen müssen. Da auch hier eine Zeitkomponente berücksichtigt wird, muss man darauf achten, das Auto nach dem Ladevorgang umzuparken. Denn pro Stunde würden auf diese Weise immerhin 78ct Parkgebühr fällig, auch wenn der Akku bereits voll ist.

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RWE aka innogy mit App und BEW Autostrom (Stand März 2019)

RWE, die schon seit Jahren bundesweit die meisten Säulen installiert haben, betreiben diese inzwischen aber unter ihrer Marke innogy. Einige Kommunen besitzen Säulen mit eigenem Label, gehören aber ebenfalls zum Verbund eRoaming.

Zugang zu den Säulen erhält der Kunde über diverse Apps oder SMS.

Teilweise etwas lahme App eCharge für innogy- und BEW-Verträge

Bezahlen kann man dann über verschiedene Tarife: Mit dem RWE Autostromvertrag „ePower Basic“ kostet das Laden im Verbund eRoaming an reinen AC-Säulen (bis 22kW) 30ct je kWh.

An DC/AC-Schnellladesäulen wird dagegen eine Pauschale angewendet und zwar rund €7 je Ladevorgang. Vorsicht: Wer an derselben Säule den AC-Anschluss nutzen möchte oder muss, zahlt dafür ebenfalls pauschal. Letzteres ist also vor allem nicht empfehlenswert für Hybridautos oder E-Mobile mit geringen Ladeleistungen an Wechselstrom! Je weniger Energie sie laden, desto teurer wird die kWh.

Zusätzlich fallen im Tarif jeden Monat Grundgebühren von rund €5 an. Die Bedienung der Säule läuft dabei seit April 2017 z. B. über die hier abgebildete App eCharge, die die Vorgängerin e-kWh abblöst.

Das Bezahlverfahren „ePower direct“ ohne Vertrag gibt es zusätzlich, aber zum Preis von rund 40ct je kWh an reinen AC-Säulen und für eine Pauschale von rund €8 je Ladevorgang an DC/AC-Schnellladern.

Eine preiswertere Alternative für alle Ladesäulen von eRoaming bieten die Bergischen Energiewerke BEW an. Mit BEWAutostrom-Vertrag wird zwar je Vierteljahr ein Mindestumsatz von rund €5 (=15kWh) erhoben, es gilt aber ab der 50 kWh ein Tarif von nur noch rund 28ct und ab 250 kWh von rund 25ct. Durch die Rabatte bei größerem Bedarf kann sich das also lohnen. Wie die Berechnung an DC/AC-Ladesäulen abläuft, ließ sich allerdings bisher nicht ermitteln.

Mit dem Vertrag von RWE/innogy kostet die Beispielladung der ZOE an der 22kW-Säule also €5,70 (19kWh je 30ct, Grundgebühr von €5 monatlich nicht berücksichtigt) und am Schnelllader halt rund €7 (Pauschale). Eine ZOE mit 41kWh-Akku könnte demnach theoretisch am Schnelllader einen kWh-Preis von rund 20ct erreichen (€6,95 / z. B. 35kWh).

Mit dem BEW Autostrom Vertrag wären ebenfalls €5,70 fällig, bis zur 50. Kilowattstunde im laufenden Monat und ohne Grundgebühr wohlbemerkt. Danach würde es mit rund €5,32 (19 x 28ct) sogar noch preiswerter, ab der 250. Kilowattstunde im Monat kommt die Beispielladung dann schließlich auf €4,75.

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InCharge aka Vattenfall (Stand März 2019)

Laden am Wasserfall
Laden am Wasserfall

Als einer der vier großen Energieversorger spielt VATTENFALL in Deutschland jedoch nur in Berlin und Hamburg eine Rolle, wenn es um eigene Ladesäulen geht. Da VATTENFALL jedoch ein Roaming mit Ladenetz (s. u.) vereinbart hat, gelten an den Säulen vieler Stadtwerke dieselben Preise und die Karte sollte auch hier für Strom sorgen.

Ähnlich wie bei innogy bot Vattenfall früher einen Autostromvertrag an und kombinierte diesen mit einer RFID-Karte zur Freischaltung der Säulen. Inzwischen hat sich das Tarifmodell geändert und die Ladekarte ist ohne Grundgebühr mit SEPA Lastschriftverfahren zur Bezahlung erhältlich. Ebenfalls ohne Grundgebühr, dafür mit einem Registrierungsverfahren beim Zahlungsdienstleister Mobile City, ist die Freischaltung der Säulen nun auch ohne Karte mit der App „Schnellladen“ möglich.

Die Bezahlung erfolgt monatlich über Lastschrift oder über Kreditkarte. Die Ladekosten betragen an AC 30ct je kWh und an DC bis 50kW 20ct je Minute und bis 20kW 12ct/min.

In Berlin und Hamburg habe ich jedenfalls immer einwandfrei mit 22kW laden können und hätte im Beispiel dafür €5,70 (19kWh je 30ct) gezahlt.

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EnBW und ADAC (Stand April 2019)

„Elektronauten“ nennt der Energieversorger aus dem Süden jene Zeitgenossen, die sich in ferne Galaxien wagen und Fahrzeuge bewegen, die zuvor noch nie ein Mensch gesehen hat. Dieser Zielgruppe bietet EnBW ab April 2019 zwei Bezahlverfahren in zwei Tarifen an: Die App mobility+ und eine RFID-Karte, jeweils mit Vertrag und monatlicher Grundgebühr oder auch ohne Grundgebühr aber mit etwas höheren Preisen. Berechnet werden die Kosten jeweils per geladener Kilowattstunde.

Das Tarifmodell ist nun endlich klar und verständlich, auch für Menschen, die sich bisher nicht in unbekannte Regionen des Universums gewagt haben – oder schon vorher in BW zu Hause waren.

Im Vertrag mit einer monatlichen Grundgebühr von rund €5 zahlt der Elektronaut 29ct je kWh an AC-Ladepunkten mit bis zu 43kW und an allen DC-Ladesäulen 39ct. Ohne Vertrag sind 39ct an AC und 49ct an DC zu bezahlen.

Es ist leicht zu errechnen, dass die Beispielladung €7,41 (19kWh x 39ct) kosten würde, mit Vertrag halt €5,51

Wem das noch nicht das Gelbe vom Ei ist, der mag vielleicht die Karte des „Clubs“ verwenden, der mit EnBW offensichtlich und ebenfalls seit April 2019 kooperiert. Ja, man könnte die Gelben E-ngel nun in „AD-AC/DC“ umbenennen, denn der Preis im enBW-Ladeverbund für die kWh wird mit der gelben ADAC e-Charge Karte auch ohne Grundgebühr auf 29ct für Wechselstrom und 39ct für Gleichstrom reduziert.

Da auch die Ladesäulen der be-emobil mit der Karte funktionieren, ein echter Gewinn auch für die Berliner E-Auto-Fahrer. Im übrigen gilt der Tarif an beinahe allen Ladesäulen im Land (siehe App mobility+ für exakte Infos). Wer sich mit der Bestellung der Karte beeilt, wird vom ADAC sogar noch mit einem €15 Guthaben belohnt. Ein paar gut gemachte Info-Karten für die notorischen Falschparker an Ladesäulen sind zusätzlich noch im Briefumschlag. Gut gemacht, ADAC!

Update Ostern 2019: Knapp drei Wochen dauerte die Lieferung der Karte. Also nicht zu spät bestellen, falls der erste Urlaub mit dem E-Auto geplant ist.

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Maingau Energie „EinfachStromLaden“ (Stand Juli 2019)

Eine gewisse Zeit lang war diese Ladekarte und die App der „Burner“ unter den Ladetarifen an vielen Schnellladesäulen, den innogy-Säulen und Ladepunkten vieler anderer Roamingpartner. Inzwischen haben die Betreiber durch ihr allgemein beliebtes Tarifmodell jedoch wohl zu viel Minus gemacht, denn die Preise werden ab August 2019 angehoben.

Es bleibt bei der einheitlichen Abrechnung nach Kilowattstunde, diese kostet dann aber 35 Cent, für Maingau Stromkunden 25 Cent. Wer allerdings länger als vier Stunden an Wechselstrom lädt oder länger als eine an Gleichstrom, zahlt für jede weitere Minute 10 Cent zusätzlich. Das soll unter anderem für Ladegerechtigkeit sorgen. Also aufgepasst: Die Uhr tickt, solange man an die Säule angeschlossen ist!

Bestellen kann man Tarif, Karte oder Chip (letztgenannten gegen einmalige Gebühr) hier.

In der Vergleichsrechnung kommt man mit der ZOE nun auf €6,65 (19kWh je 35ct). Damit ist Maingau nicht mehr der Preisführer an vielen Säulen, außer für Stromkunden des Unternehmens.

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e.on, Tank & Rast (Stand September 2019)

Lädt zum Laden: Rasthof mit Strom

Seit Ende 2017 schon kooperieren e.on und Tank & Rast beim Betrieb der Ladesäulen auf vielen Rastsstätten an der BAB. Da ich selten dort geladen habe, ensteht dieser Text erst recht spät, aber der kürzlich erlebte Misserfolg beim Ladeversuch an der A9 hat mich dazu gebracht hier nachzubessern. Dazu muss man sagen, dass der Fehler auf meiner Seite lag:
Ich hatte den von mir aufgrund seiner Einfachheit bevorzugten Weg über RFID-Ladekarte(n) versucht – und war kläglich gescheitert. Anscheinend war die Säule ausgefallen, reagierte überhaupt nicht, weder auf Touchscreen-Versuche (ist nämlich gar keiner), noch auf die vier Knöpfe am Display, noch auf das Vorhalten der Karte. Gestern habe ich mir mehr Zeit gelassen und gesehen, dass das Display der e.on-Säulen nicht nur allgemeine Werbung für e.on abspielt, sondern auch auf die Verwendung einer App hinweist, denn RFID-Karten sind (noch) keine Zugangsmöglichkeit zu diesen Ladesäulen.

Also habe ich nun die Apps von EnBW und Maingau probiert und siehe da, beide zeigen die Säule an. Zumindest theoretisch wäre nun der Ladepunkt zu aktivieren gewesen. Aber leider war meine App „nicht mehr aktuell“ und ich sollte sie aus dem App Store neu laden. Die andere App blieb blöderweise ebenfalls hängen. Tja und nun beginnt wieder der inzwischen übliche Leidensweg über Updates, ungültige Passwörter, schwaches Funknetz usw.., den man bei so vielen „modernen, zeitsparenden und bequemen“ digitalen Lösungen immer öfter erlebt. Schon rund zehn Minuten später ist aber alles up-to-date und der Strom fließt zum ADAC-Tarif für 29ct pro kWh.

Es lebe die RFID-Karte! Davorhalten und Zack! – es geht los. Nur hier (noch) nicht.

e.on bietet übrigens beides an, also RFID-Karte und die E.ON Drive App sowie einen Tarif mit monatlicher Grundgebühr von €4,95 und Pauschalen für AC- (€5,95) und DC-Ladung (€8,95). Im Verbund sind ca. 4.000 Ladesäulen die mit „reinem Ökostrom“ versorgt werden. Wie gesagt funktionieren aber auch andere Apps und die damit verbundenen Tarife.

Pauschal zahlt man für das bekannte Beispiel bei e.on also €5,95 . Das entspricht etwa 31ct je Kilowattstunde ohne Berücksichtigung der monatlichen Grundgebühr.

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Ladenetz

Ein Verbund von 73 Stadtwerken (Stand März 2017), die laut ihrer Webite ihren Kunden an rund 700 Ladesäulen Strom für Elektroautos anbieten. Soweit das Gerücht. Wie das System für den Kunden jedoch genau funktioniert und wo man eine Ladekarte bekommt, bleibt für Uneingeweihte im Verborgenen. Offenbar ist das Ganze eine Art Geheimbund, bei dem man sich untereinander mit einem bestimmten Handschlag oder einem heimlichen Zwinkern zu erkennen gibt und in dunklen Gassen oder auf einer Waldlichtung dann die Ladekarte überreicht. Tarifinformationen oder ähnliches scheinen ebenfalls auch nur einer okulten Gruppe bekannt zu sein. Aber es gibt eine Landkarte mit Ladepunkten (lademap) und man soll mit dem Handy auch Barcodes an den Säulen scannen können (womit denn?), die dann eine „Wep-App“ öffnen. google liefert dazu leider keinen konkreten Treffer. Apple kennt auch keine solche App. Und was ist das „Wep“? Sehr mysteriös.

Nun ja, jedenfalls gibt es eine Menge Roaming-Partner, mit deren Karten man an den Säulen des Ladenetz Strom bekommen soll. Umgekehrt leider übrigens nicht. Und bei manchen nur, wenn man eine Oma in Nordhessen hat und dort regelmäßig lädt. Und dann gibt es ein paar Partner, mit denen das Roaming „aufgrund zeitweiliger Störungen“ nur eingeschränkt möglich ist. Was immer das heißen soll. Wird man dann ja sehen, wenn man mit leerem Akku an der Säule steht.

Die Bezahlverfahren von VW/Audi, BMW und Nissan sind jedenfalls auch dabei und ermöglichen ebenso wie NewMotion, vattenfall und enBW/ADAC den Zugang zu den Ladesäulen des Ladenetz.

Und dann ist da noch die Flatrate-Karte „ladeticket“ für eine Woche bzw. einen Monat mit ADAC-Rabatt. Da kann man sich dann mal richtig die Ladekante geben und zum Beispiel in Emsdetten immer im Kreis fahren, denn für weite Fahrten ist das Netz dann doch zu großmaschig. Mit dem Roaming-Tarif eines Kooperationspartners könnte man dort vergleichsweise für den Preis der Wochen-Flatrate immerhin 100kWh laden! Da muss man in der einen Woche schon ganz schön unterwegs sein, wenn die Flatrate sich lohnen soll.

Für einmal Laden mit der ZOE – für so etwa 140km Landstraße – wären jedenfalls nur €5,70 fällig, zum Beispiel mit der vattenfall Ladekarte (wenn’s denn geht) oder mit der NM-Ladekarte.

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Charge&Fuel Card, ChargeNow, Z.E. Pass, Charge&Pay (R.I.P.)

Ich spare mir Stand März 2019 inzwschen die Details zu den Ladekarten und Tarifen der Hersteller, denn sie können mit dem übrigen Markt nicht mithalten. Es gibt Pauschalen je Ladevorgang und Zeittarife – teilweise unterschieden in Tag und Nacht. Völlig abstrus und ab April auch nicht mehr zulässig, da nicht eichrechtskonform. Wer aber durchaus seinen VW mit Volksstrom und seinen Mercedes mit Premium-Daimler-Extra-Elektronen füllen möchte, dem sei diese Freiheit selbstverständlich gegönnt. Ist ja ein freies Land. Man nutze dafür die oben genannten Links und lasse sich dort beraten.

Nee, sorry: Mercedes hat Charge&Pay Ende 2018 aufgegeben, daher habe ich den toten Link entfernt. Wohl erst mit dem EQC soll etwas neues kommen. Hier kann man sich „informieren“.

Meiner Meinung nach lassen sich die Tarifangebote der übrigen Autohersteller mit dem verzweifelten Versuch erklären, nach dem Verkauf des Fahrzeuges noch irgendwelche weiteren regelmäßige Gewinne zu generieren, aber sicherlich auch damit, dem Elektro-Kunden beim Kauf des Autos etwas halbwegs Verständliches anbieten zu können.

Erstes wäre durchaus nachvollziebar, da bisher mit Verschleißteilen, Serviceleistungen und Betriebsstoffen für Benzin- und Dieselfahrzeuge ein beträchtlicher Anteil am Umsatz der Branche generiert wird. Allein eine Füllung mit dem Dieselzusatzstoff AddBlue kann ins Geld schlagen, denn die Tanks dafür werden offenbar immer größer. Und ein profaner Ölwechsel ist ja auch schon ein ganz hübscher Brocken. Dagegen lassen sich bei der Wartung von Elektroautos höchstens €2,50 für Scheibenwaschkonzentrat oder auch mal ein Pollenfilter für €20 verkaufen. Achso ja, und bitte Luft prüfen!

Was die Verständlichkeit und Attraktivität betrifft bin ich letztlich von keinem Angebot überzeugt. Was die ZOE und Renault angeht sage ich: „Merci, Renault, aber: No, Merci!“ (Update Juli 2019: Inzwischen führt der Link zum Z.E.Pass ins Leere, auch innerhalb der Renault-Website. Vermutlich ist das Tarifangebot inzwischen beerdigt, wie bei Mercedes. Die Kunden sind ja nicht blöd.)

(Zum Verzeichnis…)

Telekom „GET CHARGE“ (Stand März 2019)

Kein Aprilscherz: Die Telekom bietet ab dem 2. Quartal 2019 einen Ladetarif via Karte und App an. Am ersten und zweiten April kann man damit sogar kostenlos laden.

Böse Zungen (meine zum Beispiel) behaupten ja, was der Konzern nach der Zwangsumstellung seiner Anschlüsse auf IP bei seinen Telefonkunden an Strom spare, würde er sich nun noch einmal von den Elektroautonutzern versilbern lassen. Aber das ist sicher nur eine substanzlose Unterstellung. Genau wie die Behauptung, der Strom sei rosa.

Fakt ist jedoch, dass sich die Preise im Bereich „halbwegs normal“ bis „indiskutabel“ bewegen. Unterschieden wird zwischen „Bevorzugten Anbietern“ und „Sonstigen“, wobei z. B. innogy, allego, ionity oder Fastned zur ersten Gruppe zählen und enBW, Ladenetz oder has.to.be zur zweiten.

Der Unterschied ist beträchtlich: Bevorzugt bezahlt man 29ct je kWh bei AC- und 39ct bei DC-Ladung. Bei den übrigen Anbietern wird die Kilowattstunde mit stolzen 89ct bepreist! Da muss man bei Nutzung dieses Angebotes also sehr genau aufpassen, wo man sein Auto anschließt, sonst drohen teure Überraschungen. Ist ja fast wie früher, als man beim Handy-Roaming im Nachbarland das Fell über die Ohren gezogen bekam. Ja, die können das immer noch…

Also ähnlich wie bei den Angeboten der Autohersteller wird hier versucht, etwas auf den ersten Blick halbwegs Nachvollziehbares über die Marke eines großen Konzens anzubieten, zu dem es aber wesentlich preiswertere Alternativen gibt, wenn man sich etwas genauer umschaut.

Für das bekannte Beispiel mit der ZOE an der 22kW Ladesäule von innogy wären also über die Telekom €5,51 (19kWh je 29ct) zu bezahlen. So eine Säule steht beispielsweise in Scharbeuz an der Ostsee. Nur ein paar Kilometer weiter in Neustadt wird die Säule von has.to.be betrieben und dort wären dann für denselben Ladevorgang €16,91 fällig.

(Zum Verzeichnis…)

Tesla

Zum Abschluss noch ein Wort zum besonderen Konzept von Tesla, die den ganzen Kokolores mit Ladeverfahren und Tarifen weitgehend umschifft haben, und von vornherein auf eine eigene, faire und klare Lösung für ihre Kunden setzen.

Tesla: Elektrisch. Fahren.
Tesla: Elektrisch. Fahren.

Natürlich können auch Tesla-Fahrer sich mit Ladekarten, Chips und Apps ausstatten und zum Beispiel Typ2-Wechselstrom- oder per Adapter die verschiedenen Gleichstrom-Anschlüsse nutzen. Müssen sie aber meistens nicht. Denn Tesla hat in vielen Ländern sein Netz von sogenannten Superchargern derart ausgebaut, dass man zwischen A und B immer an einem vorbeikommt und dort mit seinem Tesla sehr schnell aufladen kann.

Bei älteren Modellen ist dieser Service sogar im Kaufpreis des Autos enthalten und „lebenslang“ kostenlos. Etwa seit Modelljahr 2018 ist das passè und die Ladevorgänge der neuen Fahrzeuge an Superchargern werden automatisch erfasst und dem Besitzer dann in Rechnung gestellt.

Mit seinem pragmatischen Konzept hat Tesla jedoch das ganze Herumeiern der Politik und der etablierten Autohersteller – für viele in Deutschland ein und dasselbe – einfach umgangen: Durch teure Fahrzeuge finanziert, und bislang wohl auch unter Verzicht auf irgendwelche nennenswerten Gewinne, wurde ein eigenes engmaschiges Schnellladenetz aufgebaut. Am Standort, beziehungsweise am jeweiligen Zielort des Fahrzeuges, laden die Fahrer dann natürlich an den üblichen, für alle verfügbaren Stromquellen.

Anfang 2019 hat Teslas es nun endlich auch geschafft, sein Modell 3 in Europa auszuliefern. Dieses ist hierzulande mit einem CCS-Anschluss ausgestattet und Supercharger erhalten entsprechende Kabel. Damit kann das Fahrzeug also nicht nur an allen Ladepunkten von Tesla sondern auch noch an sämtlichen CCS-Anschlüssen schnellladen. Ein wirklich kleverer Schachzug und eine herorragende Anpassung an die Ladesituation in Europa und den USA.

Laden mit Typ2 und CCS hinten links: TESLA Model 3 (Foto: B. Rochlitz)

Hier ein hervorragender, interessanter und wie ich finde kurzweiliger Video-Beitrag des Hamburgers Dirk Kunde über seinen ersten Praxistest des Model 3 und den Lademöglichkeiten des derzeit (Februar 2019) wohl besten erhältlichen Elektroautos.

Teslas Modelle können also generell das breiteste Ladeangebot nutzen und sind vermutlich vom Fahrstrom und den vielfältigen Lademöglichkeiten her von allen Elektroautos am günstigsten und simpelsten zu betreiben. Dieser Hersteller will offenbar Elektroautos auf die Straße bringen – und er tut es darum einfach. Punkt.

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