… und bezahlen

Reiseapotheke elektrisch
Reiseapotheke elektrisch

Grundsätzlich besteht beim Laden in der Öffentlichkeit an den allermeisten Ladepunkten Bedarf für ein Bezahlverfahren. Zwar gibt es immer (noch) kostenlose Angebote zum Beispiel bei Möbelhäusern, Lebensmittelhändlern, Einkaufszentren und dem einen oder anderen Ausflugsziel. Diese Möglichkeit zum preiswerten Nachladen ist jedoch immer seltener zu finden – oder schlichtweg aufgrund großer Nachfrage recht oft besetzt.

Für die übrigen Ladesäulen werden aktuell und seit dem Hochlaufen der Zulassungszahlen für E-Autos immer höhere Preise verlangt. Das liegt zum einen daran, dass die steigende Nachfrage das immer noch relativ langsam wachsende Angebot übersteigt. Zum anderen können immer mehr Fahrzeuge mit höherer oder sogar sehr hoher Leistung Gleichstrom (DC) laden. Das macht sehr teurere Ladesäulen mit aufwändigerer Stromversorgung notwendig. Welche Art Ladeanschlüsse mit welcher Leistung genutzt werden kann, hängt allerdings stets von der Ausstattung des jeweiligen Fahrzeugs ab.

Unterschieden wird im Preis hauptsächlich nach Wechselstrom-Ladung (AC) am Typ2-Stecker und mit bis zu 22kW Leistung sowie DC-SchnelllLadung am CCS- oder CHAdeMO-Ladestecker mit 25 bis etwa 50kW Ladeleistung. Bei Ladepunkten höherer Leistung mit bis zu 350kW, die man inzwischen zunehmend auch auf Tankstellen der Mineralöl-Konzerne finden kann, gibt es ein noch höheres Preisniveau für „High Power Charging“ (HPC).

Zwischen verschiedenen Tarifanbietern kann man teilweise gravierende Unterschiede im Preis für den gleichen Ladevorgang feststellen. Energieversorger können an ihren eigenen Ladepunkten natürlich preiswerter sein, als an denen der Roamingpartner. Die zu ihren Tarifmodellen gehörenden Apps berücksichtigen dies und zeigen den jeweils geltenden Preis für den Ladevorgang an.

Es gibt außerdem Tarifanbieter ganz ohne eigene Ladesäulen, die das Angebot aller Stromanbieter für die Nutzer komfortabel zusammenfassen und dafür aber mitunter hohe Handling-Gebühren aufschlagen. Ähnliches bieten Autohersteller ihren eigenen Kunden inzwischen (wieder) zu teilweise recht günstigen Konditionen an Ladepunkten ihrer Energie-Partner und machen so mit ihren Tarifmodellen ein ebenfalls flächendeckendes Angebot.

Relativ neu sind Flatrate-Anbieter, die gegen eine monatliche Gebühr alle Ladevorgänge in dem Zeitraum (gedeckelt) zusammenfassen. Hört sich einfach an, erfordert aber ebenfalls eine vorherige Kalkulation und Aufmerksamkeit, wenn es Ausnahmen gibt. Kann interessant mitunter für Urlaubsfahrten oder für Pendler ohne eigenen Stromanschluss sein.

Die Tendenz für die Kosten der Kilowattstunde am Ladepunkt zeigt im Jahr 2021 leider mächtig nach oben. Zum dritten Quartal haben fast alle Anbieter die Preise quasi verdoppelt. Umso mehr muss man sich darüber informieren und orientieren, welches Angebot und welcher Tarif für die persönliche Situation passt, günstig und möglichst unkompliziert ist.

Wer übrigens aus nostalgischen Gründen an den alten Texten zu diesem Thema interessiert ist, findet hier und dort die archivierte Seite in verschiedenen Stadien und auch die ursprünglichen Beiträge von 2014 und 2017.

#### Alle folgenden Abschnitte werden zurzeit noch sukzessive aktualisiert. ###

QuickLinks

Aktuelle Empfehlung: Was man unterwegs dabei haben sollte
Sonderfall: Laden in Berlin

Ausgewählte Anbieter für Ladetarife
EnBW, ADAC
Charge myHyundai
IONITY HPC
Maingau Energie „EinfachStromLaden“
e.on, Tank & Rast
Flatrates (elvah, jucr)
Tesla

Shell Recharge (ehem. NewMotion)
Plugsurfing
be emobil

Naturstrom
Innogy, RWE, BEW Autostrom

Zwei zusätzliche Links zu detailliert recherchierten und kompetent geschriebenen Beiträgen sollen hier nicht fehlen: Das Portal „Energieheld“ bietet einen sehr vollständigen Überblick zu allen Anbietern von Ladetarifen und Interviews mit verschiedenen Experten und deren Ratschlägen.

Bevor es jetzt ins Detail geht und die Ladetarife verschiedener Anbieter weiter unten möglichst aktuell verglichen werden, erst einmal einige generelle Tipps. Anschließend einige kurz gefasste Empfehlungen zu Ladetarifen, mit dem Schwerpunkt auf ZOE und IONIQ 5. Ist ja hier schließlich ein Blog für eben diese Elektroautos. Aber auch, wer ein anderes Modell laden möchte, kommt mit diesen Hinweisen vermutlich weiter.

Für das folgende gilt aber wie für den übrigen Blog: Alle Angaben sind ohne Gewähr und bitte vor dem Laden zu prüfen. Leider ändert sich immer wieder etwas und einige Formulierungen im Angebot stellen sich in der Praxis als missverständlich oder sogar falsch heraus.

Grundsätzliches zum Preis von Ladevorgängen

1. Der eigene Stromanschluss am täglichen Standort des Autos dürfte immer die günstigste Quelle zum Laden sein. Aktuell (Stand 08.2021) wird die Installation privater Ladetechnik über die KfW gefördert und auch durch Änderungen im WEG und im Mietrecht unterstützt.
Dafür gelten Bedingungen technischer Art (z. B. 11kW AC) und auch bezüglich des Verfahrens (Antragstellung VOR Beauftragung einer Fachfirma etc.). Details dazu beispielsweise auf der Website der KfW.

Aber Achtung! Nur solange der Vorrat reicht: Wenn der Fördertopf mal wieder leer geschöpft ist, kann man sich nicht darauf verlassen, dass er dann wieder aufgefüllt wird.

2. Wer öffentlich laden muss und das überwiegend im Wohn- oder Arbeitsumfeld, findet dafür häufig einen günstigen lokalen Anbieter. Also lohnt sich eine Recherche beim eigenen Energieversorger, bei Stadtwerken oder ein Blick auf deren Website. Es lässt sich relativ leicht ermitteln, wann sich beim individuellen Fahrprofil eventuell ein Tarif mit einer Grundgebühr rechnet.

3. Für Langstrecken, im Urlaub oder auch einfach, um flexibel zu sein, ist ein reiner Abrechnungsanbieter für Ladestrom eigentlich unverzichtbar. Das sind Unternehmen, die wie erwähnt ihren Gewinn aus den Aufschlägen und den Vereinbarungen mit den Energieanbietern beziehen. Sie sind also zwangsläufig teurer als das beste regionale Angebot oder ein Vertrag mit Grundgebühr. Aber sie bieten eben auch spontanen Zugang zum Strom an beinahe allen Ladepunkten in Europa und unabhängig vom jeweiligen Tarifanbieter.
Eine Sonderform dieses Angebots können die Tarife der Autohersteller sein, die aber meist den Besitz eines entsprechenden Automodells voraussetzen.

Aktuelle Empfehlung (Stand August 2021)

Alle genannten Tarife benötigen etwas Vorbereitung. Wenn man sie unterwegs ohne Probleme nutzen möchte, sollte man also vorher mit den Anbietern in Kontakt treten, ggf. Ladekarten oder -chips bestellen, die Apps installieren, die Zugangsdaten ausprobieren und ergänzende Angaben zum Zahlungsmedium machen. Ein gewaschener Hals ist ebenfalls stets hilfreich. Und natürlich sollte man wie überall in der Galaxis immer sein Handtuch dabei haben. Keine Panik!

Manche Ostereier sind eckig!

Mit dem Tarif ADAC e-charge für alle Mitglieder des Clubs kann man seit Ostern 2019 im Netz von EnBW und deren Roamingpartnern zum Preis für EnBW-Energiekunden laden. Dafür sind die App mobility+ mit der entsprechenden Einstellung (ADAC-Mitgliedsnummer) und an bestimmten Ladesäulen (z. B. be-emobil) die ADAC RFID-Ladekarte Voraussetzung. Beides gibt es kostenlos.

Das war einmal zwei Jahre lang der gleichgermaßen unkomplizierteste und durchnittlich preiswerteste Tarif im Angebot. Durch eine Anpassung im Juli 2021 ist das aber leider jetzt vorbei. Nun gibt es wie überall abhängig vom Ladeanschluss unterschiedliche Preise für die Kilowattstunde und unter Umständen auch noch einen Zeitaufschlag. Aber: Ohne Grundgebühr und immer noch so ziemlich für alle Ladepunkte nutzbar und günstig, besonders an EnBWs Ladesäulen! Weitere Details – auch zu den EnBW-Tarifen für alle – findet man weiter unten.

Charge myHyundai IONIQ 5: Zwei Tarife verfügbar

Während Renault diesbezüglich seine Hausaufgaben leider seit Jahren nicht macht und keinen Herstellertarif für die ZOEs anbietet, hat Hyunday eine App, eine RFID-Karte und gleich zwei Tarife für seine Kunden im Angebot: Charge myHyundai Flex und Easy.

Ab etwa einer Komplettladung des IONIQ 5 mit großem Akku an öffentlichen Ladepunkten lohnt sich sogar die monatliche Grundgebühr (Easy) mit europaweit festen Preisen je kWh. Im Tarif Flex variieren die Preise je nach Anbieter und es gibt zusätzlich eine Startgebühr. Für Hyundai-Kunden aber dennoch eine gute Möglichkeit, unterwegs auf jeden Fall einen Ladevorgang starten zu können.

IONITY Ladesäule mit CCS-Anschlusstecker

Besonderes Feature für die sehr hohe Ladeleistung des IONIQ 5: Ein aktuell unschlagbar niedriger Preis an den 300kW-Ladesäulen von IONITY von 29 ct/kWh!

Bei neuen Autos ohne Grundgebühr für ein bis zwei Jahre (Sondermodell Project 45). Danach muss man halt ausrechnen, ob sich rund €120 Grundgebühr im Jahr für diesen Rabatt lohnen – oder man an IONITY-Ladesäulen D-Zug-Aufschlag zahlen will.

Ebenfalls an beinahe allen Ladesäulen in Europa kommt man mit Ladekarte bzw. Ladechip und den Apps von Shell ReCharge (ehemals New Motion) und PlugSurfing weiter, die jedoch mitunter erheblich teurer abrechnen als der jeweils günstigste Anbieter. Man spart sich damit aber einen Stapel Karten in der Tasche und ist beim gelegentlich öffentlichen Laden, bzw. wenn man unterwegs mal überraschend Strom braucht, auf der sicheren Seite. Grundgebühr wird nicht erhoben. Eines von diesen beiden Zugangsverfahren sollte man auf jeden Fall im Auto mitführen. Einzelheiten sind hier zu finden.

Grundsätzlich gilt: Eine Alternative zum überwiegend verwendeten Bezahlverfahren erhöht die Sicherheit für den Strombezug. Plan B in petto zu haben, hat noch nie geschadet.

Und daher noch ein Wort zum Thema Handy Apps. Man stelle sich nur folgendes vor: Nach längerer Pause öffnet man an einer Ladesäule seine bevorzugte Lade-App und erhält dann die Mitteilung auf dem Display, sie sei veraltet und müsse jetzt aktualisiert werden. Was folgt ist ein je nach Netzabdeckung gerne mal erfolgloser Versuch, sich die neue Version der App und eventuell auch gleich noch das ebenfalls notwendige Handy-Update heruterzuladen und zu installieren. Währenddessen sieht man, wie der Ladestand auch des Handies sich den 0% nähert. Na super….

Das muss nicht sein, wenn man nur kurz mal dringend laden will. Die meisten Ladetarife lassen sich an den meisten Ladesäulen ebenfalls mit der dazu gehörenden Ladekarte per RFID-Funk starten. Dazu – und zum Laden sowieso – braucht nur die Ladesäule Strom und an ihrem Standort eine Netzwerkverbindung. Mein dringender Rat ist also immer, auch die zum Tarif gehörenden Ladekarten zu bestellen und im Handschuhfach dabei zu haben. Ladetarife für den Notfall nur mit App sind für mich ein absolutes No-Go.

Sonderfall: Laden in Berlin (Stand August 2021)

Das ist leider ein Thema für sich. Besser man umfährt den Bereich weiträumig.

Na, ganz so schlimm ist es dann doch nicht. Aber schön ist anders. Wenn eine der inzwischen recht zahlreichen AC-Ladesäulen von be-emobil funktionieren sollte und mal nicht zugeparkt ist, kommt man mit einer RFID-Ladekarte von New Motion oder dem Chip von PlugSurfing auf jeden Fall weiter. Mit Apps klappt es meiner Erfahrung nach hier übrigens nicht. Der Preis dieser Anbieter jetzt bei etwa 48ct je kWh. Definitiv günstiger ist die Verwendung der inzwischen erfolgreich getesteten ADAC e-Charge Ladekarte. Damit werden 42ct je Kilowattstunde abgerechnet. Mit dem charge myHyundai Easy-Tarif werden sogar nur 35ct/kWh berechnet.

Mehr als 11kW (bzw. einphasig 3,7kW) gibt es aber nicht. Und nach 4h muss man – zumindest zwischen 8:00 und 18:00 Uhr – den Platz spätestens wieder freimachen. (Hyundai erhebt beim Tarif Flex offenbar bereits nach 3 Stunden eine Blockiergebühr von 10ct/min..)

Dann existieren noch einige letzte Ladesäulen von InCharge (ehem. Vattenfall) für die man einen Vertrag mit dem Anbieter braucht und recht viele von e.on (vormals innogy) mit 22kW AC, die per App (z. B. e.on Drive, eCharge oder mobilty+) freigeschaltet werden können.

Oder ihr kommt bei mir vorbei, ich kann im Notfall 11kW naturstrom in der Tiefgarage anbieten.

Doch nun – wie angekündigt – detailiertere Informationen zu einer Auswahl von Bezahlverfahren und deren Kosten im Vergleich, der ab August 2021 nun etwas angepasst werden muss. ZOEs können ja mit 22kW an Wechselstrom laden, der IONIQ 5 dort mit maximal nur 11kW. Dafür ziehen die Autos an CCS 50kW (ZOE) bis 220kW (IONIQ 5) Gleichstrom durchs Kabel. Da fallen Ladevorgänge doch recht unterschiedlich aus. Kommen nun noch unterschiedliche Tarife mit und ohne Grundgebühr, Aufscvhläge für Roamingpartner oder sogar Zeitkomponenten zur Anwendung, wird das Ganze natürlich sehr unübersichtlich. Daher werde ich jeweils nur den höheren Preis ohne Vertrag, getrennt für AC und für DC angeben.

Geht man von rund 17kWh Langzeitverbrauch auf 100km bei der ZOE aus und von 21kWh beim IONIQ 5, dann bietet es sich an, die Ladepreise einfach auf den mittleren Verbrauch von 19kWh pro 100 km zu beziehen. 100km lassen sich mit beiden Fahrzeugen also jeweils etwa zu den genannten Kosten zurücklegen.

Links zur Bestellung der Ladekarten und zur Tarifinformation findet man jeweils im Titel des Abschnitts.

EnBW und ADAC (Stand August 2021)

„Elektronauten“ nannte der Energieversorger aus dem Süden anfangs jene Zeitgenossen, die sich in ferne Galaxien wagen und Fahrzeuge bewegen, die zuvor noch nie ein Mensch gesehen hat. Dieser Zielgruppe bietet EnBW aktuell zwei Bezahlverfahren in drei Tarifen an: Die App mobility+ und eine RFID-Karte, jeweils mit Vertrag und monatlicher Grundgebühr oder auch ohne Grundgebühr aber mit etwas höheren Preisen. Berechnet werden die Kosten jeweils per geladener Kilowattstunde. Seit Juli 2021 ist das Laden etwa 25% teuer als zuvor.

EnBW HPC mit 150kW (Hier auf dem Gelände von Hellweg in Hennigsdorf.)

Auch bei EnBW hat das Tarifmodell schon immer unter dem Zwang gelitten, irgendwie besonders „fair“ erscheinen zu wollen, andererseits aber ein knallhartes Businessmodell zu sein. Dass es klar und verständlich ist, auch für Menschen, die sich bisher nicht in unbekannte Regionen des Universums gewagt haben (oder schon vorher in Baden-Württemberg zu Hause waren), kann man nicht gerade sagen: Neben Auf- und Abschlägen mit und ohne Grundgebühr oder als Stromkunde gibt es natürlich Preisunterschiede auch zwischen Wechselstrom, Gleichstrom, eigenen Ladepunkten und denen der Roamingpartner – und der bösen Hochpreis(be)treiber.

Aber EnBW ist mit diesem Durcheinander ja nicht allein. Immerhin haben sie eine App, die immer klipp und klar sagt, was zu bezahlen ist – Tarifmodell hin oder her. Und man erhält hier noch auf Wunsch eine RFID-Ladekarte, die bei schlechtem Mobilfunknetz, leeren Handyakku oder einfach an Berliner Ladesäulen schon so manchen Ladevorgang gerettet hat.

Aber Achtung! Seit November 2020 gibt es zusätzlich zum Strompreis auch noch eine „Blockiergebühr“. Rund 10ct je Minute werden dann für das Parken fällig, wenn länger als vier Stunden geladen wird. Wer also z. B. abends sein Auto anstöpselt und morgens zur Arbeit fahren will, muss zusätzlich zum Strompreis bis zu €12 berappen. Und das, obwohl zum Beispiel in Berlin wie vielerorts die tagsüber geltende maximale Parkdauer von vier Stunden zwischen 18 und 8 Uhr aufgehoben ist.

Diese Form der Reglementierung ist also leider nicht im Sinne der Nutzer, auch wenn unnötig lange belegte Ladesäulen für alle ein Ärgernis sind. Für die Akzeptanz des Elektroantriebs ist solch eine Idee jedenfalls überhaupt nicht hilfreich. Über Nacht sollten solche Aufschläge grundsätzlich nicht gelten, wenn nicht mal der Gesetzgeber dort ein Problem sieht.

Im Vertrag mit einer monatlichen Grundgebühr von rund €6 zahlt der Elektronaut 36ct je kWh an AC-Ladepunkten mit bis zu 43kW und an DC-Ladesäulen 46ct – wenn sie von EnBW betrieben werden. Bei Roamingpartnern kommen noch einmal jeweils 3ct dazu. Ohne Vertrag sind überall 45ct an AC und 55ct an DC zu bezahlen. Stromkunden haben wieder andere Preise, aber dafür keine Grundgebühr. Und bei IONITY High Power Chargern (HPC oder „Hoch-Preis-Connectoren“) blecht man in allen EnBW-Tarifen rund 80ct. Klar soweit?

Es ist jedoch noch relativ leicht zu errechnen, dass die Beispielladung an Wechselstromanschlüssen für 100km Strecke €8,55 (19kWh x 45ct) kosten würde. Hat die Ladesäule einen CCS-Anschuss geht es schneller, aber es werden dafür €10,45 (19 x 55ct) fällig. Besonders teuer ist mit dem EnBW-Tarif das Laden bei IONITY, denn es werden dafür €15,01 verlangt (19 x 79ct).

So bekommt man sie: Die ADAC e-Charge Card (Quelle: ADAC)

Wem das noch nicht das Gelbe vom Ei ist, der mag vielleicht Karte und Tarif des „Clubs“ verwenden, der mit EnBW seit April 2019 kooperiert. Ja, man könnte die Gelben E-ngel nun in „AD-AC/DC“ umbenennen, denn der Preis an EnBW-Ladesäulen für die kWh liegt mit der gelben ADAC e-Charge Karte bei 38ct für Wechselstrom und 48ct für Gleichstrom, also im selben Tarif wie für EnBW-Stromkunden. Neu seit Juli 2021 ist, dass bei „anderen Betreibern“ nun jeweils noch einmal 4ct mehr zu bezahlen sind. Und natürlich 79ct bei IONITY.

Dahin und für immer entschwunden ist also der einheitliche Tarif des ADAC, der bisher wirklich herausragend transparent war.

Da jedoch die Ladesäulen der be-emobil bislang nur mit RFID-Karte funktionieren, dennoch ein echter Gewinn auch für die Berliner E-Auto-Fahrer, die damit 42ct je Kilowattstunde an be-emobil-Ladepunkten zahlen. Im übrigen gilt der Tarif an beinahe allen Ladesäulen im Land (siehe auch hier die App „EnBW mobility+“ für exakte Infos).

Mit dem ADAC-Tarif kosten die 100km €7,98 (19kWh x 42ct) an AC und €9,88 (19kWh x 52ct) an DC. (Je 4ct/kWh günstiger an EnBW-Säulen.) Aber aufgepasst: Auch hier gilt die Blockiergebühr nach 4h Ladezeit und der Preis von €15,01 an IONITY!

(Zum Verzeichnis…)

Charge myHyundai App & Ladekarte (Stand September 2021)

Charge myHyundai App und Karte

Das hat Hyundai für seine Kunden eigentlich ganz gut eingerichtet, finde ich: Zwei Tarife zur Auswahl und ein Premium Paket für IONITY, das für IONIQ 5 Besitzer sogar ein bis zwei Jahre kostenlos ist.

Wer selten öffentlich lädt, dem reicht der Tarif Flex ohne monatliche Grundgebühr, jedoch mit einer einmaligen Aktivierungsgebühr von rund €2,50. Je Ladevorgang werden außerdem Transaktionskosten von rund 50ct erhoben, die Kilowattstunde und eventuelle Zeitkomponenten werden je nach Anbieter bepreist und im vornherein von der App genannt. Soweit das übliche Chaos…

Wesentlich attraktiver und klarer gestaltet ist der Tarif Easy für €5 monatlich, der auf Transaktionskosten verzichtet und einheitlich an AC-Ladepunkten 35ct je kWh kostet, an DC-Schnellladern 46ct. Wer sein Fahrzeug allerdings parkt, statt nur zu laden, wird nach 3h an AC oder 90 Minuten an DC mit einer Blockiergebühr von 10ct bzw. 20ct je Minute belastet.

Für beide Tarife können Langstreckenfahrer das IONITY Premium Paket dazubuchen. Es gilt für ein Jahr und kostet €13 monatlich extra. Dafür gilt jedoch an IONITY Schnelladern mit 350kW Ladeleistung der unschlagbare Preis von 29ct je Kilowattstunde! Ohne das Paket zahlt man ja bekanntermaßen 79ct.
Ein Privileg, das bislang nur die Porsche und Audi Schwestermodelle wirklich ausnutzen nutzen konnten (s. u.). Rückt mal rüber, ein Neuer ist in der Stadt, Mädels!

Die Vergleichsrechnung kann ich aus den genannten Gründen nur für den Tarif Easy liefern. Damit kosten 100km um die €6,65 an AC und €8,74 an DC-Ladern aller Leistungen. Mit dem IONITY Premium Paket landen die 19kWh allerdings für nur €5,51 im Akku. Und das beim IONIQ 5 in unter 6 Minuten!

(Zum Verzeichnis…)

IONITY HPC (Stand September 2021)

Die besondere Eigenschaft der High Power Charger von IONITY kam wie bereits erwähnt bislang nur zwei E-Sportwagen von Porsche und Audi zu Gute, die über 800V-Akkus verfügen. Die gegenüber den üblichen Akkus verdoppelte Spannung ermöglicht höhere elektrische Leistung beim Laden und auch beim Betrieb der Motoren. Entwickelt und zuerst eingesetzt wurde das Prinzip vom kroatischen Unternehmen Rimac, das derzeit mit dem C_Two den schnellsten E-Sportwagen der Welt baut.

Hier pumpt der IONIQ 5 gerade in Himmelkron mit 224.000 Watt (siehe Anzeige an der Säule)

Inzwischen sind nun erstmals auch Modelle von Hyundai und Kia mit 800V-Technik ausgestattet und können die besondere Leistung nutzen.

Doch auch Fahrzeuge mit 400V-Akkus können an den Säulen laden, wenn sie über den dafür notwendigen und in Europa inzwischen üblichen CCS-Anschluss verfügen. Allein der Preis des Stroms könnte – und soll auch vermutlich – Fahrzeugnutzer abschrecken, die keinen passenden Tarif dafür bei einem „Mobiltätsdienstanbieter“ vereinbart haben: Rund 80 Cent sind je Kilowattstunde für Direktkunden über das Smartphone zu bezahlen. IONITY bietet selbst keine Ladekarten, Apps oder andere Tarife an.

Es sind es hier also die Autohersteller (z. B. Porsche, Audi, Mercedes und Hyundai/Kia), die mit IONITY Tarife für ihre Kunden vereinbart haben und diese direkt anbieten. Neben einer monatlichen Grundgebühr im Bereich von €15 werden dann um die 30 Cent je kWh fällig. Ob sich das rechnet, hängt natürlich davon ab, wie häufig man dieses Ladeangebot nutzt.

Will man sein Auto mit CCS-Anschluss an einer IONITY-Säule laden, bekommt man die Beispielladung also für €15,01 (19kWh je 79ct).

(Zum Verzeichnis…)

Maingau Energie „EinfachStromLaden“ (Stand September 2021)

Es gab einmal eine Zeit, da war diese Ladekarte und die App der „Burner“ unter den Ladetarifen. Seitdem haben die Betreiber durch ihr allgemein beliebtes Tarifmodell jedoch wohl zu viel Minus gemacht, denn die Preise wurden seit August 2019 immer wieder angehoben und dem Markt angepasst. Letztlich ist das Angebot nun besonders für diejenigen interessant, die auch einen Strom- oder Gasliefervertrag mit Maingau abgeschlossen haben.

Die Kilowattstunde Wechselstrom kostet generell nun 44 Cent. Wer jedoch Maingau Strom- oder Gaskunde ist, zahlt sehr preiswerte 30 Cent. Nach vier Stunden Ladezeit an Wechselstrom werden für jede weitere Minute 10 Cent zusätzlich als Blockiergebühr fällig. Das soll unter anderem für Ladegerechtigkeit sorgen. Also aufgepasst: Die Uhr tickt, solange man an die Säule angeschlossen ist!

An den schnelleren Gleichstromladern sind 54 Cent fällig, für Maingau-Kunden 40 Cent, und hier gilt der Zuschlag für die Standzeit bereits nach 60 Minuten. An IONITY-HPC-Ladesäulen zahlen alle Nutzer 75 Cent je Kilowattstunde.

Bestellen kann man Karte oder Chip nach der Registrierung und gegen einmalige Gebühr im Online Shop. Aber Achtung: Registriert man sich als Firma, also zum Beispiel als Pflegedienst oder als Pizza-Lieferant, muss man zur Strafe jeweils 10ct mehr für die kWh bezahlen. Wieso, das entzieht sich meinem Verständnis und ist einzigartig unter den mir bekannten Ladetarifen.

Fazit: Wer gerade den Stromanbieter wechseln will und ein e-Auto fährt, hat hier ein sehr günstiges Angebot zum Laden seines E-Autos. Für alle anderen, insbesondere für Gewerbekunden, ist der Tarif eher zu teuer und damit uninteressant.

In der Vergleichsrechnung kommt man an der AC Säule nun auf €8,36 (19kWh je 44ct), am üblichen DC-Schnelllader auf €10,26 (19kWh je 54ct). Nennenswert sehr attraktiv sind die für Maingau-Kunden ermäßigten Preise mit €5,70 für AC und €7,60 für DC.

(Zum Verzeichnis…)

e.on, Tank & Rast (Stand September 2021)

Lädt zum Laden: Rasthof mit Strom

Seit Ende 2017 schon kooperieren e.on und Tank & Rast beim Betrieb der Ladesäulen auf vielen Rastsstätten an den Bundesautobahnen.

e.on bietet eine RFID-Karte und die E.ON Drive App sowie den Tarif „Drive easy“ mit monatlicher Grundgebühr von €4,95 und 39ct an Wechselstromanschlüssen sowie 49ct an Gleichstrom-Ladepunkten mit bis zu 50kW. An Ladepunkten mit mehr als 50kW werden 53ct abgerechnet. Teilweise gibt es wohl auch noch Pauschalen für AC-Ladung (€5,95). Im Verbund sind ca. 4.000 eigene Ladesäulen die mit „reinem Ökostrom“ versorgt werden.

Natürlich kann auch an den Ladesäulen von Roamingpartnern geladen werden, dann zu 44ct für AC und 60ct für DC. Sogenannte „Hochpreis-CPO“ wie z. B. „IONITY, TOTAL, Mer (ehem. E-Wald)“ werden mit 79ct je Kilowattstunde bepreist.

Fazit: Wer häufig auf der BAB unterwegs ist und an Raststätten lädt oder mit der ZOE die vielen 22kW-Säulen gut nutzen kann, die e.on mit der Übernahme von innogy in seinen Verbund aufgenomen hat, ist mit diesem Tarif nicht schlecht bedient.

Pauschal zahlt man für das bekannte Beispiel im e.on-Tarif also €7,41 an Wechselstromsäulen €9,31 sind es an Schnellladern bis 50kW. Bei höherer Ladeleistung sind es dann €10,07.

(Zum Verzeichnis…)

Flarates (elvah, JUCR) (Stand September 2021)

Wie erwähnt können Flatrates durchaus preislich interessant sein, wenn man reist oder sehr regelmäßig bestimmte Strecken fährt und unterwegs laden muss. Da monatliche Verträge abgeschlossen werden, evetuell also ein gutes Angebot auf Zeit für besondere Umstände.

Man darf gespannt sein, ob sich diese Angebote tatsächlich auf Dauer halten, denn wenn sich überwiegend nur diejenigen dazu entscheiden, die die Flatrate auch ausnutzen, kann es für den Anbieter auch schnell ein Verlustgeschäft weeden.

Wer sich dafür entscheidet sollte vorher rechnen: Wieviel Kilometer werde ich vermutlich fahren? Was wird mein Fahrzeug mindestens verbrauchen? Und deckt die Flatrate dann auch wirklich alle Ladevorgänge auf der geplanten Strecke ab oder gibt es Ausnahmen?

(Zum Verzeichnis…)

Tesla

Zum Abschluss noch ein Wort zum besonderen Konzept von Tesla, die den ganzen Kokolores mit Ladeverfahren und Tarifen weitgehend umschifft haben, und von vornherein auf eine eigene, faire und klare Lösung für ihre Kunden setzen.

Tesla: Elektrisch. Fahren.
Tesla: Elektrisch. Fahren.

Natürlich können auch Tesla-Fahrer sich mit Ladekarten, Chips und Apps ausstatten und zum Beispiel Typ2-Wechselstrom- oder per Adapter die verschiedenen Gleichstrom-Anschlüsse nutzen. Müssen sie aber meistens nicht. Denn Tesla hat in vielen Ländern sein Netz von sogenannten Superchargern derart ausgebaut, dass man zwischen A und B immer an einem vorbeikommt und dort mit seinem Tesla sehr schnell aufladen kann.

Bei älteren Modellen ist dieser Service sogar im Kaufpreis des Autos enthalten und „lebenslang“ kostenlos. Etwa seit Modelljahr 2018 ist das passè und die Ladevorgänge der neuen Fahrzeuge an Superchargern werden automatisch erfasst und dem Besitzer dann in Rechnung gestellt.

Mit seinem pragmatischen Konzept hat Tesla jedoch das ganze Herumeiern der Politik und der etablierten Autohersteller – für viele in Deutschland ein und dasselbe – einfach umgangen: Durch teure Fahrzeuge finanziert, und bislang wohl auch unter Verzicht auf irgendwelche nennenswerten Gewinne, wurde ein eigenes engmaschiges Schnellladenetz aufgebaut. Am Standort, beziehungsweise am jeweiligen Zielort des Fahrzeuges, laden die Fahrer dann natürlich an den üblichen, für alle verfügbaren Stromquellen.

Seit Anfang 2019 rüstet Teslas seine Fahrzeuge mit einem CCS-Anschluss aus und Supercharger erhalten entsprechende Kabel. Damit kann die Fahrzeuge also nicht nur an allen Ladepunkten von Tesla sondern auch noch an sämtlichen CCS-Anschlüssen schnellladen. Ein wirklich kleverer Schachzug und eine herorragende Anpassung an die Ladesituation in Europa und den USA.

Laden mit Typ2 und CCS hinten links: TESLA Model 3 (Foto: B. Rochlitz)

Teslas Modelle können aktuell noch das breiteste Ladeangebot nutzen. Dieser Hersteller will offenbar Elektroautos auf die Straße bringen – und er tut es darum einfach. Punkt.

Seit 2021 ist nun auch in der Diskussion, dass Tesla seine Ladepunkte auch für andere Marken zur Verfügung stellen will. Zusammen mit der stark verbesserten Ladetechnik der meisten neuen Fahrzeuge ist das ein weiterer Schritt zu einer offenen Ladeinfrastruktur und damit zur Förderung der Elektromobilität.

Wir werden sehen, wie sich der Markt entwickelt und vermutlich immer wieder mal den Tarifanbieter wechseln müssen, wenn ein anderer einen besseren Preis bietet. Bleiben wir in Bewegung!

(Zum Verzeichnis…)

### Ab hier alter Text…. ###

naturstrom smartcharge App (Stand Juli 2021)

NATURSTROM mit Product Placement
NATURSTROM mit Product Placement

Nun ist auch mein bevorzugter Vorreiter bei der Energiewende den Zwängen des Marktes erlegen und hat sein einstmals einfaches und die Elektromobilität förderndes Tarifmodell zu einem komplizierten Konstrukt mit unterschiedlichen monatlichen Grundgebühren, Zeitkomponenten und unterschiedlichen Preisen je nach Ladesäule und Anschluss umgestrickt.

Gut gemeint ist die kleine Schwester von sch….ade, sagt man ja. Beim neuen Tarifmodell helfen da auch keine seitenlangen Begründungen. Verlässlich, fair und einheitlich wird ein Angebot nicht dadurch, dass man es nur hartnäckig immer wieder so bezeichnet. Man muss ihm dann auch die entsprechenden Eigenschaften verpassen. Die kann ich jedoch nach der jüngsten Preisanpassung wahrlich nicht mehr finden.

Zu allem Überfluss ist ab sofort auch die schöne RFID-Ladekarte tot. Nur noch die neue naturstrom smartcharge App taugt fürderhin zum Start des Ladevorgangs.
„Jeht nich!“ heißt es jedoch an den be-emobil Ladesäulen in der Hauptstadt. Damit ist dann also Naturstrom für die Berliner E-Mobilisten aus dem Rennen. „Verlässlich“ ist anders.

Dann sind jährlich rund €84 Grundgebühr zu berappen. Erst mal für nichts. Kunden von Naturstrom zahlen allerdings „fairerweise“ nur rund €36. Und einheitlich? Je nach Säulenbetreiber und Leistung gibt es zwei unterschiedliche Preise und oben drauf drei verschiedene Zeitzuschläge.

In der Praxis sieht das dann so aus: Der bisher als Vergleichsgrundlage dienende Ladevorgang kostet nun an Anschlüssen mit bis zu 22kW Wechselstrom rund €8 (19kWh x 39ct + 52 Minuten x 1ct) statt bisher rund €10. Aber nur an Ladepunkten von allego und e-wald! An allen anderen, den Roamingpartnern – und das dürfte die Mehrheit sein – kostet es €10,35 (19kWh x 49ct + 52 Minuten x 2ct).

Mit CCS wird es dann noch etwas teurer. Mal angenommen, eine entsprechend ausgestattete ZOE lädt an diesem Anschluss die 19kWh mit 50kW Gleichstrom in etwa der Hälfte der Zeit, dann sind rund €11,75 (19kWh x 59ct + 26 Minuten x 2ct) bzw. im Roaming sogar rund €15,30 (19kWh x 75ct + 26 Minuten x 4ct) fällig!

Aber Achtung, Falle! Der höhere Preis für die Gleichstromladung wird ebenfalls abgerechnet, selbst wenn man Wechselstrom an einem der verbreiteten Triple-Charger lädt. Dort kann der Wechselstromanschluss nämlich bis zu 43kW liefern und der Ladevorgang wird wie eine teure Gleichstrom-Schnelladung bepreist, auch wenn das Auto dort tatsächlich nur AC mit 11kW oder 22kW lädt.

Sorry, aber so macht man sich keine Fans. Auf dieses Tarifmodell sollte dringend noch mal die obere Etage draufschauen.

(Zum Verzeichnis…)

New Motion Ladekarte und App (Stand Oktober 2019)

Big Daddy Loves To Load
Big Daddy Loves To Load

In den Niederlanden gibt es schon seit Jahren ein dichtes Netz von Ladesäulen und von dort stammt auch der Anbieter der LoveToLoad-Ladekarte sowie der entsprechenden App. NewMotion ist bereits länger ebenfalls in Deutschland tätig und erlaubt es, an fast allen Ladesäulen Strom zu bezahlen.

Seit Oktober 2017 ist New Motion ein Teil der Shell Group, die dies im Oktober 2019 auch durch eine neue App deutlich macht. Sie heißt nun „Shell Recharge“ und zeigt ziemlich deutlich, dass der Wechsel von fossilen Energieträgern zum Strom auch in den oberen Etagen der Mineralölunternehmen bereits zum festen Faktor geworden ist. Allerdings entsteht durch dieses deutliche Engagement für manchen Kooperationspartner schon eine etwas schräge Situation. Und so gibt es parallel von NewMotion auch die „EV Charging“ App, die z. B. für die Nutzung des naturstrom Tarifs verwendet werden muss. Wäre ja auch reichlich seltsam, wenn naturstrom seine durchweg grüne Energie nun unter dem Shell Logo anbieten müsste…

Das Konzept von NewMotion hat in der Vergangenheit jedenfalls auch viele Kommunen überzeugt, ihre Ladesäulen mit NM abzurechnen.

In Berlin werden zum Beispiel auch alle be-emobil-Ladestationen unter anderem mit der NewMotion-Ladekarte aktiviert. Inzwischen ist damit der einheitliche Preis von 39ct je kWh wirksam. Der Ladestopp ist nur zwischen 8 und 18 Uhr auf maximal 4h begrenzt. Man muss also nicht nachts um Eins noch mal raus, um das Auto abzustöpseln und umzuparken, darf aber tagsüber auch nicht einen Arbeitstag lang die Säule blockieren.

Wer die Ladekarte von NewMotion also an irgend eine Säule in Europa hält bzw. den Ladevorgang mit der App startet, wird in den meisten Fällen auch sicher Strom erhalten. Das kommt einer barrierefreien Nutzung schon recht nahe. Doch die Bequemlichkeit hat ihren Preis und man sollte vergleichen, um nicht zu viel zu bezahlen.

An einer 22kW-AC-Ladesäule in Parchim würde man die ZOE zum Beispiel aktuell mit NM für €7,41 (Shell Recharge App, 19 x 39ct) laden können. Dagegen kostet derselbe Ladevorgang mit BEW Autostrom Tarif €5,70 (Charge-App, 19 x 30 Cent) oder mit dem ADAC Tarif sogar nur €5,51 (mobility+ App, 19 x 29 Cent).

(Zum Verzeichnis…)

PlugSurfing Ladeschlüssel und App (Stand Oktober 2020)

PlugSurfing Chip
PlugSurfing Chip

Hier ist es ein kleiner Schlüsselanhänger, der den RFID-Chip zur Identifikation des Nutzers beinhaltet und den man nach Registrierung und gegen eine Gebühr von rund €10 erhält. In Berlin ist der Chip eine der Möglicheiten, den Strom an einer be-emobil Säule einzuschalten.

Parallel gibt es die PlugSurfing-App, die wie üblich die Registrierung des Bezahlverfahrens, die Information über Standort, Status und Preis der Ladepunkte sowie die Steuerung des Ladevorgangs kombiniert.

Seit Oktober 2020 bietet PlugSurfing nun zwei Tarifmodelle mit je drei Preiskategorien an. Man lädt an allen AC-Ladepunkten für rund 45ct je Kilowattstunde, an Gleichstromanschlüssen sind es rund 55ct und an den besonders leistungsfähigen IONITY-Anschlüssen rund 86ct. Die Kosten variieren also je nach verfügbarer Ladeleistung.

Wer sehr viel öffentlich lädt, für den mag das Abo PlugSurfing Plus interessant sein. Im Gegenzug zur monatlichen Grundgebühr von rund €20 werden dann an allen Anschlüssen in der Republik je Kilowattstunde nur noch rund 35ct fällig. An AC lohnt sich das vergleichsweise erst bei monatlichen Strombezügen jenseits von 200kWh. An DC-Anschlüssen wird jedoch bereits ab rund 100kWh gespart. Wer IONITY-Ladeleistungen nutzen kann und möchte, ist mit dem Abo schon mit 40kWh monatlich im grünen Bereich.

Für das Laden von 19kWh in 52 Minuten an der schon mehrfach genannten Ladesäule im Verbund eRoaming würde der Eigentümer einer ZOE €8,55 (19kWh je 45ct) berappen müssen.

(Zum Verzeichnis…)

RWE aka innogy mit App und BEW Autostrom (Stand September 2020)

RWE, die schon seit Jahren bundesweit die meisten Säulen installiert hatten, betreiben diese inzwischen aber unter ihrer Marke innogy – und die gehört nun e.on. Verwirrend? Ja.
Aber so ist das eben, wenn sich Märkte verändern und Konzerne ihre Strukturen anpassen. Leider scheint es bei innogy nun auch vorbei zu sein mit günstigen Tarifen und einem Übersichtlichen Angebot. Das Bezahlverfahren „ePower direct“ ohne Vertrag ist jetzt wohl der neue Standard. Es gibt aber zu weiteren Partnerfirmen Verbindungen und darüber auch noch eine Flatrate, die aber wohl nur für AC-Ladepunkte gilt. Na, ja. Das war mal schön…

Teilweise etwas lahme App eCharge für innogy- und BEW-Verträge

Der Preis mit „ePower direct“ liegt im Verbund eRoaming an reinen AC-Säulen (bis 22kW) nun bei 39ct je kWh.

An DC/AC-Schnellladesäulen wird dagegen eine Pauschale angewendet und zwar rund €8 je Ladevorgang. Vorsicht: Wer an derselben Säule den AC-Anschluss nutzen möchte oder muss, zahlt dafür ebenfalls pauschal. Letzteres ist also vor allem nicht empfehlenswert für Hybridautos oder E-Mobile mit geringen Ladeleistungen an Wechselstrom! Je weniger Energie sie laden, desto teurer wird die kWh. Umgekehrt sind 8€ jedoch günstig, wenn etwa 30kWh oder mehr geladen werden können.

Die Bedienung der Säule läuft nun über die App eCharge+.

Eine preiswertere Alternative für alle Ladesäulen von eRoaming bieten die Bergischen Energiewerke BEW an. Mit BEWAutostrom-Vertrag wird zwar je Vierteljahr ein Mindestumsatz von rund €5 (=15kWh) erhoben, es gilt aber ab der 50 kWh ein Tarif von nur noch rund 28ct und ab 250 kWh von rund 25ct. Durch die Rabatte bei größerem Bedarf kann sich das also lohnen. Wie die Berechnung an DC/AC-Ladesäulen abläuft, ließ sich allerdings bisher nicht ermitteln.

Mit dem Tarif ePower direct kostet die Beispielladung der ZOE an der 22kW-Säule also €7,41 (19kWh je 39ct) und am Schnelllader halt rund €8 (Pauschale). Eine ZOE mit 41kWh-Akku könnte demnach theoretisch am Schnelllader einen kWh-Preis von rund 23ct erreichen (€7,95 / z. B. 35kWh).

Mit dem BEW Autostrom Vertrag wären €5,70 fällig, bis zur 50. Kilowattstunde im laufenden Monat und ohne Grundgebühr wohlbemerkt. Danach würde es mit rund €5,32 (19 x 28ct) sogar noch preiswerter, ab der 250. Kilowattstunde im Monat kommt die Beispielladung dann schließlich auf €4,75.

(Zum Verzeichnis…)

4 thoughts on “… und bezahlen”

  1. Wir sind seit 3 Wochen Zoe-Fahrer und haben uns eine eigene Wallbox installiert. Das Thema „Laden unterwegs“ hat mich in der Tat immer ein wenig abgeschreckt. Danke für die gute – und aktuelle – Zusammenstellung und Information! Habe ich so noch nicht im Netz gefunden!

  2. Sehr geehrter Herr Beck, als kommender Zoebesitzer und absoluter Laie was Laden und Abrechnung sowie das ganze Zugangschaos zum Ladestrom anbelangt bedanke ich mich sehr herzlich über Ihre umfangreichen und extrem informativen und sehr aktuellen Texte zu diesen Themen.

    Herzlichen Dank noch einmal
    Rudolf Reitmeier

    1. Danke für das Lob und sorry, dass Ihr Kommentar so lange in der Warteschlange stand. Ich habe den Blog in der letzten Zeit etwas vernachlässigt…

      Herzliche Grüße aus Berlin, viel Spaß beim Fahren und problemloses Laden mit der ZOE!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.