ZONIQ Fakten

Strom ist blau – ZOE R90 Z.E.40 am Gendarmenmarkt in Berlin (August 2018)

Wer sich generell mit dem Gedanken beschäftigt, ein Elektroauto zu fahren oder zu besitzen, findet hier hoffentlich hilfreiche und interessante Informationen – mit den Schwerpunkten Renault ZOe und seit August 2021 auch zunehmend Hyundai ioNIQ 5. Beide Fahrzeuge kenne ich aus eigener Erfahrung und halte sie für hervorragende Kombinationen aus Preis und nützlicher Leistung unter den real verfügbaren Elektroautos.

Seit September 2021 wird der folgende Text nun sukzessive überarbeitet und angepasst. Hier ist die frühere Version der „ZOE Fakten“ zu finden.

Notwendig wird eine Neuausrichtung dieser Seite durch den Wechsel von der Renault ZOE zum Hyundai IONIQ 5. Dieses Fahrzeug gibt es seit dem Sommer 2021 und es stellt, wie bisher die ZOE, einen besonderen Schritt in der Entwicklung der E-Mobilität dar.

Da isser! IONIQ 5 has arrived (Juli 2021)

Inzwischen bauen viele Hersteller gute Elektroautos. Im Jahr 2021 gibt es eine breite Palette neuer Modelle in allen Preislagen und auch fast für alle typischen Anforderungen. Allerdings haben die meisten Fahrzeuge lange Lieferzeiten, da die Nachfrage immer wieder „überraschend“ hoch ist und die Produktion nicht bei allen Herstellern flüssig läuft. Und der weltweite Halbleitermangel macht sich natürlich auch hier bemerkbar.

Die ZOE ist nun seit über acht Jahren erhältlich, sehr gut an breit verfügbare Ladeinfrastruktur angepasst und im Sinn des Wortes immer noch preiswert, wenn auch nicht billig. Ihr Erfolg spricht für das gute Gesamtkonzept. Man kann sie tatsächlich sofort kaufen und auch fahren.

Den IONIQ 5 gibt es erst seit Ende Februar 2021 und er wird seit Juni/Juli in Europa ausgeliefert. Er spielt in einer anderen Liga als die ZOE und zwar schon deshalb, weil seine Plattform zehn Jahre jünger ist: 800V Systemspannung gegenüber 400V ermöglichen mehr Leistung beim Laden und beim Fahren. Heck- und Allradantrieb erlauben eine andere Fahrdynamik und schließlich sind damit Anhängelasten bis 1.600kg möglich.

Folgende Informationen habe ich auf dieser Seite zusammengefasst:

1. Grundsätzliches
2. Das richtige Modell
3. Laden am Stellplatz
4. Öffentliches Laden
5. Fahren auf längeren Strecken

1. Grundsätzliches

Elektroautos wie die ZOE und der IONIQ 5 sind wirklich grandiose Lösungen für sehr viele Einsatzzwecke. Aber natürlich wird es heute und in der Zukunft Anforderungen geben, die einfacher mit einem chemischen Brennstoff erfüllt werden können. Ich bin ziemlich sicher, dass solche Lösungen sich etablieren werden, sei es Wasserstoff als Energiequelle z. B. für Flugzeuge, Schiffe, Loks und LKW oder auch synthetische Kraftstoffe für die bekannten Kolbenmotoren. Wann, das hängt vom dem Zeitpunkt ab, an dem ausreichend erneuerbare Quellen für diesen wesentlich weniger effizienten Weg der Energiespeicherung zur Verfügung stehen.

Die Masse der Elektrofahrzeuge für das Gros der Autofahrer*innen werden jedoch einen Akku haben. Das machen schon die Pläne und die Milliardeninvestitionen der Automobilhersteller deutlich. Bis auf Toyota haben alle sich darauf eingestellt, dass der Drops gelutscht ist: Die Leistungen der BEVs (Battery Electric Vehilcle) steigen, die Preise für die Akkus sinken. Und ganz wichtig: Die Belastung von Umwelt und Beteiligten bei der Produktion und Rohstoffgewinnung für die Akkus sinkt ebenfalls mit jedem Entwicklungsschritt.

ZOE und IONIQ 5 gehören aus meiner persönlichen Sicht zu den „bezahlbaren“ Modellen und heute bestellbaren Fahrzeugen mit alltagstauglichem Leistungsangebot. Dieses umfasst für die aktuelle ZOE etwa 200km bis 300km Autobahnfahrt am Stück (je nach Größe des Akkus), wenn man seine Geschwindigkeit bei ca. 100km/h hält. Die Reichweite schrumpft jedoch bei Gegenwind, Kälte, Steigungen, höherer Geschwindigkeit – oder wächst zum Beispiel beträchtlich beim Fahren im Stadtverkehr oder in anderen Bereichen mit Geschwindigkeitsbeschränkung. Für den IONIQ 5 gilt das in ähnlicher Weise. Hier lassen die zwei Akkugrößen 250km bis 350km Autobahnfahrt am Stück mit um die 130km/h zu. Beim Tempo 100 wären es 350 bis 450km.

Typische 22kW-Ladesäule: Eine von rund 15.000 in Deutschland (Stand 12.2020)

Die ZOE kann in rund 45 Minuten deutschlandweit Strom für 100km Autobahnfahrt mit ihrem 22kW-AC-Lader an inzwischen über 36.500 AC-Ladeanschlüssen (Stand Oktober 2021, Quelle: GoingElectric) nachladen. Das Auto kann jedoch auch mit einem zusätzlichen CCS-Anschluss ausgestattet sein, der bis zu 50kW DC-Schnellladung (etwa 6.100 Ladepunkte) zum Beispiel an Autobahnraststätten ermöglicht. Energie für zusätzliche 100km ist damit bereits nach etwa 20 Minuten im Akku.

Die Kosten für das Fahren mit Strom sind gering, von einigen regionalen Ausreißern mal abgesehen. Im Durchschnitt zahlt man um 7-9€ für 100km Autobahn mit der ZOE. Wechselstromladung ist etwa 20% günstiger als Gleichstromladung.

350.000 Watt-Pumpe hier in Himmelkron
(Stand OKT 2021 gibt es etwa 370 deutschlandweit)

Für den IONIQ 5 ist Strom für 100km Autobahnfahrt mit 130km/h an HPC-Ladeanschlüssen in ca. 5 bis 6 Minuten aufgeladen. Die Kosten dafür liegen bei unter €6 bis etwa €8. Das liegt einerseits an der hohen möglichen Ladeleistung von bis zu 230 Kilowatt, zum anderen an einem besonders günstigen Tarif an IONITY-Ladepunkten für die ersten zwei Jahre.

Dafür sind die Möglichkeiten des IONIQ 5 an Wechselstrom beschränkt auf 11kW. Das reicht für Ladevorgänge zum Beispiel über Nacht oder bei der Arbeit. Für den Strom-Snack zwischendurch sind CCS-Ladepunkte mit Gleichstrom bis 150kW (etwa 3.300) aber besser geeignet.

Unter diesen Bedingungen kommt man übrigens das ganze Jahr über mit beiden Fahrzeugen gut zurecht, auch wenn Fahrten über die Autobahn mit der ZOE etwas länger dauern, als man es mit dem Verbrennungsmotor vielleicht gewohnt ist. Mein persönliches Fazit der letzten bald acht Jahre ist jedenfalls ausgesprochen positiv: Ich fahre auf der Autobahn inzwischen lieber mal langsamer und länger mit dem Elektroantrieb als schnell mit dem Diesel oder dem Benziner. Seit dem Wechsel auf den IONIQ 5 treten nun auch auf längeren Strecken keine Zeitverluste mehr auf. Fahrgeschwindigkeit und Pausen kann ich nun ganz beliebig nach eigenen Vorstellungen gestalten.

In der Stadt und auf der Landstraße sehe ich für das elektrische Fahren überhaupt nur Vorteile. Es ist leise und bequem, dabei dynamisch und macht Spaß.

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2. Das richtige Modell der ZOE oder des IONIQ 5…

…wird für jeden anders aussehen. Es gibt aber ein paar Faktoren, die man kennen sollte, bevor man sich für eine Ausstattung entscheidet. Neufahrzeuge können heute mit unterschiedicher Akkugröße und Motorleistung bestellt werden, die im Nachhinein (meistens) nicht mehr zu ändern ist. Die Akkugröße – und beim IONIQ 5 auch die Anzahl der Motoren – entscheidet über die Antriebsleistung, den Stromverbrauch und natürlich die Reichweite der Autos am Stück. Bei der ZOE kann man zwischen Wechselstrom-Ladung und zusätzlicher CCS-Schnellladung wählen, beim IONIQ 5 ist beides in allen Modellen vorhanden. Aufgrund der Entwicklunge des Ladeangebotes rate ich bei allen Elektroautos dazu, den CCS-Anschluss immer mitzubestellen, so natürlich auch bei der ZOE.

Auf jeden Fall muss man wissen, dass nachträgliche Änderungen naturgemäß in der Regel nicht möglich sind, der Nutzwert des Autos jedoch stark von solchen Details abhängt. So ist für den Einen oder die Eine bereits ein Fahrzeug mit kleinerem Akku eine gute Lösung, andere Nutzer brauchen dagegen eventuell den größten Akku und Schnellladefähigkeit. Selbst wenn man anfangs nicht vorhat, auch mal weitere Strecken zu fahren, sollte man sich die Möglichkeit nicht verschließen. Auch bei einem späteren Verkauf des Autos spielt die sinnvolle Auststattung eine wichtige Rolle.

Inzwischen sind Hersteller jedoch dazu übergegangen, nur noch eine Akkugröße zu verbauen, dem Kunden aber dennoch die Wahl zwischen mehreren Größen zu geben. Dann wird also durch die Software nur die Kapazität zur Nutzung freigegeben, die der Kunde bezahlt hat. In diesem Fall kann man den Akku später „vergrößern“. Nach dieser Möglichkeit sollte man vor Kauf eines E-Autos fragen.

Wer mit der ZOE als Pendler*in das ganze Jahr über tägliche Distanzen von bis zu 120km fahren will, kommt mit dem kleinen Standard-Akku gut zurecht und kann sich die Mehrkosten für die höhere Reichweite des großen „Z.E.50“-Akkus eigentlich sparen.

Ein großer Akku ist allerdings nicht nur von Vorteil, wenn man hin und wieder weitere Strecken fährt. Große Akkus halten auch etwas länger, da sie bezogen auf die geleisteten Kilometer seltener komplett entladen und geladen werden müssen. Man kann bei 50kWh Akkus durchaus von über 200.000km Lebensdauer ausgehen (1000 sog. Zyklen). Bei einem größeren Akku kann man zudem im Alltag so verfahren, dass man ihn nur zu etwa 80% auflädt und dennoch einige Wochen damit auskommt. Das reduziert den Verschleiß des Akkus enorm.

Ein größerer Akku beeinflusst bei Elektrofahrzeugen in der Regel zudem auch die Motorleistung, da er einen höheren Spitzenstrom liefern kann. Somit erhöht sich beim IONIQ 5 sowohl beim Heck- als auch beim Allradantrieb jeweils auch die Leistung und das Drehmoment bei der Wahl 72kWh-Akkus. Allerdings sind auch mit dem kleineren 53kWh-Akku Langstreckenfahrten kein Problem. Die Abstände der HPC-Ladestationen sind auf allen innerdeutschen Autobahnen so bemessen, dass man auch damit bei 130km/h den nächsten erreicht. Der Ladevorgang für jeweils 100km ist dort mit beiden Akku-Varianten nach 6 bis 8 Minuten erledigt.

Seit 2019 neu und noch besser: Front, Heck, Innenraum, Ladeanschluss CCS, größerer Akku, stärkerer Motor… (Quelle: Renault)

Für die ZOE gibt es neben dem R110-Motor auch den R135-Antrieb, der neben größerem Drehmoment auch eine höhere Beschleunigung bietet. Die ZOE war schon früher mit dem R90-Motor keine lahme Ente, macht aber nach Ansicht von Testern mit zusätzlicher Leistung noch mehr Spaß. Die Zahl neben dem Buchstaben kennzeichnet übrigens (inzwischen) immer die ungefähre Leistung in PS.

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3. Laden am Stellplatz

Dort, wo die ZOE gewöhnlich über längere Zeit abgestellt ist, lädt man natürlich am bequemsten. Wer also einen Stellplatz oder eine Garage besitzt und dort einen Stromanschluss nutzen kann, hat es sehr einfach und spart eine Menge Zeit. Denn er muss höchstens noch zur Tankstelle, wenn er Brötchen oder eine Zeitung braucht. Die ZOE lädt dann während man schläft oder arbeitet (Nein, jetzt kommt kein Beamtenwitz!).
(Seit Dezember 2020 ist nun endlich seitens des Gesetzgebers der Anspruch von Mietern und Eigentümern auf einen Ladeanschluss am Stellplatz geregelt. Mehr darüber und zu geeigneten technischen Lösungen für mehrere Stellplätze gibt es hier im Artikel „Das ist der WEG“ zu lesen.)

Bei einer üblichen täglichen Fahrstrecke von 30 bis 40km muss die Kleine also nur alle zwei bis drei Tage an die Steckdose, selbst im Winter. Mit dem großen Akku können die Intervalle natürlich noch länger sein. In meinem Alltag mit dem 41kWh-Akku bei Stadtverkehr vergingen zwischen fünf und zehn Tagen, oft auch zwei bis drei Wochen, bevor ich das Kabel mal anstecken musste.

Wallbox, hier mit 11kW

Für die Stromversorgung zu Hause eignen sich gundsätzlich alle Anschlüsse von der sogenannten Schuko-Steckdose, über den blauen CEE-Campingstecker bis hin zum roten CEE-Drehstrom-Anschluss.

Zu bevorzugen ist jedoch eindeutig die Installation einer sogenannten Wallbox (ab ca. €500) mit Typ2-Steckdose, möglichst an einem dreiphasigen Drehstromanschluss. Die speziell für das Laden von Elektroautos entwickelte Typ2-Verbindung ist besonders sicher und übrigens auch an allen öffentlichen Ladepunkten vorhanden. Typ2-Dosen verfügen über solide Kontakte, die auch hohe Ladeströme problemlos verkraften und sind bei nicht angeschlossenen Kabel komplett stromlos. Jedes Kind kann sie ohne Gefahr benutzen. Wenn sich Auto und Wallbox einig sind, dass der Ladevorgang starten kann, wird das Kabel auf beiden Seiten verriegelt und erst dann fließt Strom.

Original ZOE Kabel Typ2 bis 22kW

Das im Preis der ZOE enthaltene Typ2-Kabel kann übrigens mit allen Typ2-Anschlüssen verwendet werden, egal welche Leistung sie bieten.

Renault bietet als Zubehör ein „Notladekabel“ an, das man in die üblichen Schuko-Steckdosen stecken kann. Die Bestimmung der sogenannten Haushaltssteckdose ist jedoch die Versorgung von Kleinelektro-Geräten. Man kann sich leicht vorstellen, dass das Laden eines Elektroautos damit nur „tröpfchenweise“ möglich ist und diese Steckverbindung dennoch bis an ihre konstruktive Grenze belastet wird. Auf Dauer sollte man also für sein Elektroauto eine solidere Steckverbindung verwenden und ggf. die Schuko-Dose gegen eine blaue CEE-Dose austauschen lassen.

NRGKick – Laden an Wechselstrom bis 22kW

Zur Nutzung dieser und anderer CEE-Dosen, also Standard-Wechselstrom-Anschlüssen, braucht man eine Art mobile Wallbox, die oft als Kabel mit einem Steuergerät zwischen den beiden Enden ausgeführt ist und mit entsprechenden Adaptern an die verschiedenen Anschlüsse angepasst wird. Praktisch bei dieser Lösung ist, dass man sie unterwegs an so ziemlich allen üblichen Stromanschlüssen nutzen kann, wenn man mal Bedarf hat. Die Nutzung dieser Lösung erfordert allerdings schon etwas mehr spezifisches Wissen und ist nicht so kinderleicht, wie das Laden am Typ2-Anschluss einer Wallbox.

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### Ab hier alter Text

4. Öffentliches Laden

Ein wesentlicher Unterschied zum Fahrzeug mit Verbrennungsmotor ist beim Elektroauto natürlich die Art und Weise, wie es mit Energie versorgt wird. Flüssiger Treibstoff lässt sich ja bekanntlich schnell nachfüllen und daher sind nur wenige Tankstellen an günstig gelegenen Orten notwendig. Es kostet bei der Herstellung üblicher Fahrzeuge auch wenig, die Speicher für den Treibstoff an den Verbrauch und die gewünschte Reichweite der Fahrzeuge anzupassen.

Beim Elektroauto dagegen, sind die Energiespeicher beinahe (noch) das teuerste Teil des Fahrzeugs. Ihre Kapazität und ihre Befüllung sind daher das zentrale Problem, das die Nutzer und die Konstrukteure der Elektromobilität beschäftigt. Der Fahrer eines Elektroautos ist auf eine dichte Struktur von Ladepunkten angewiesen, um sein Fahrzeug uneingeschränkt nutzen zu können. Für diese Struktur gibt es zwei grundsätzliche Anforderungen:

Laden für alle: CCS, CHaDeMo und Typ2

Erstens müssen an Wegen, die zur Überbrückung großer Entfernungen gedacht sind, leistungsfähige Stromanschlüsse für das Schnellladen vorhanden sein, die ähnlich wie Tankstellen oder Raststätten organisiert und verteilt sein können. Dort sind in der Regel schon Angebote wie Restaurant, Toilette oder Cafè vorhanden, die man während der notwendigen Wartezeit nutzen kann.

Doch zweitens braucht es ebenfalls viele Anschlüsse an den üblichen Parkplätzen der Autos, wo die Fahrzeuge während der Abwesenheit ihrer Benutzer zum Arbeiten, Einkaufen, während der Nacht o. ä. – im Laufe längerer Standphasen also – einfach wieder aufladen können. Und wer keinen festen Stellplatz hat, der braucht diese Anschlüsse natürlich im öffentlichen Straßenraum.

Beide Strukturen öffentlicher Ladepunkte sind im Entstehen und wachsen ständig. Allerdings hat das Konkurrenzdenken der verschiedenen Beteiligten zu Verzögerungen und Störungen beim Ausbau geführt, denn es wurden zum Beispiel unterschiedliche technische Standards entwickelt, um Mitbewerber von der eigenen Infrastruktur auszuschließen. Inzwischen greift die Politik mehr oder weniger erfolgreich in die Ordnung dieses wichtigen Angebotes ein und die Autohersteller sind dazu übergegangen, die Ladeanschlüsse der Autos mehr und mehr auf die im Land bereits existierende Infrastruktur anzupassen. Insgesamt aber gibt es immer noch ein buntes Gemisch an Ladeanschlüssen und den notwendigen Bezahlverfahren. Für viele ein Grund, der E-Mobilität aus dem Wege zu gehen.

Wer auf das Laden in der Öffentlichkeit angewiesen ist, kommt mit folgenden Tipps jedoch gut zurecht:

Karten, Chips und Apps

Bezahlverfahren

In jeder Region gibt es mindestens einen Anbieter, der besonders günstige Preise zum Laden anbietet, oft verbunden mit einem Rahmenvertrag. Das kann zum Beispiel ein Stadtwerk sein oder ein großer Stromanbieter. Eine kurze Recherche im Internet oder die Nachfrage bei der Kommune hilft hier weiter.

Daneben gibt es überregionale Anbieter für Bezahlverfahren, die den Strombezug an Ladepunkten beinahe aller Betreiber ermöglichen, aber meistens etwas teurer und oft zu recht unterschiedlichen Konditionen abrechnen. Hier sollte man also mehrere Verfahren „in der Tasche haben“ und vor jedem Ladevorgang vergleichen, welches den günstigsten Preis bietet. Genannt seien hier der ADAC-Ladetarif (für Mitglieder ), NewMotion und Plugsurfing neben den Angeboten einiger Autohersteller. (Ausführliche Infos auf der Seite … und bezahlen)

Auf absehbare Zeit werden viele Unternehmen weiterhin ihren Kunden kostenloses Laden anbieten. Das sind neben dem Einzelhandel oft auch Outletts oder Veranstaltungsorte, die sich neben dem Imagegewinn auch einen zusätzlichen Anreiz für ihre Kunden ausrechnen, länger bei ihnen zu verweilen. Einige Unternehmer und Privatleute sind aber einfach auch nur begeistert von der E-Mobilität und wollen deren Ausbreitung unterstützen.

Anschlusskabel bzw. Ladetechnik

Seitens des Elektroautos ist für das öffentliche Laden in der Regel ein Typ2-Kabel notwendig, um die Verbindung mit den heute üblichen Ladesäulen herzustellen. Bei der ZOE ist das Kabel wie gesagt serienmäßig vorhanden und sollte stets im Fahrzeug mitgeführt werden.

Typische Schnellladesäule im fast-e Projekt

An allen Schnellladern sind die Anschlusskabel jedoch fest montiert. Fahrzeuge müssen dafür mit einem entsprechenden Anschluss (CHaDeMo oder CCS) versehen sein.

ZOEs können an solchen Säulen immer schon am Typ2-Anschluss laden, aber nur die Q-Modelle nutzen dann auch den höheren Ladestrom. Erst für das Modell der ZOE etwa ab September 2019 kann man auch einen CCS-Ladeanschluss bestellen, der dann wieder das besonders schnelle Aufladen des nun bis 52KWh großen Akkus ermöglicht – das nun aber an Gleichstrom.

Dieses neue Feature ist sehr begrüßenswert, denn das schnelle Laden ist natürlich das, was dem Tanken eines Fahrzeuges mit fossilem Brennstoff am nächsten kommt und den Umstieg auf die Elektromobilität schließlich auch denen schmackhaft macht, die auf das Vertraute bestehen. Für sie kommt ein E-Auto wohl nur in Frage, wenn es sich beim „Tanken“ und bei der Nutzung wie ihr bisheriges Fahrzeug verhällt.

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5. Fahren auf längeren Strecken

Wer allerdings bereits heute den Genuß des elektrischen Fahrens erleben möchte, der muss zumindest auf längeren Strecken seine Gewohnheiten etwas anpassen. Dies gereicht nicht unbedingt zum Nachteil, wie ich betonen möchte. Ich bin immer gerne flott und oft an den Tempogrenzen meines Autos und der Strecke unterwegs gewesen. Mit dem Elektroauto habe ich jedoch erfahren, dass andere Wege und andere Geschwindigkeiten durchaus den Spaß am Autofahren wieder neu entfachen können. „Reisen statt rasen.“ Früher oft bei Tempo 210 im Augenwinkel kurz gelesen, aber über den Stress in der linken Spur schnell wieder vergessen…

Lassen wir Teslas und Fahrzeuge mit fossil betriebenen Generatoren zur Reichweitenerhöhung außer Acht und blicken wir auf die ZOE: 100km/h sind ideal, um zwischen den Ladestopps möglichst lange Strecken zurückzulegen. Am meisten Spaß macht das auf Landstraßen. Auf der Autobahn dagegen surft man zwischen LKW, Bussen und Wohnmobilen. Das kann auch kurzweilig sein, ist aber nicht jedermanns Sache. Ich empfehle immer wieder auch die Landstraße, denn man lernt nebenbei überraschend hübsche Gegenden und Orte kennen, deren Namen man unter Umständen nur von Autobahnschildern kennt. Darüber hinaus ist die Strecke meist kürzer und der Fahrbahnbelag oft sehr viel besser als auf der Autobahn.
Für die Zeitplanung kann man sich an 60km im Durchschnitt je Stunde Fahrt orientieren, wenn man auf Landstraßen fährt, und mit ca. 80km je Stunde bei Autobahnstrecken rechnen.

In jedem Fall muss man sich vor der Fahrt überlegen, wo man laden will. Die aktuell erhältlichen ZOEs können alle mit 22kW an Typ2-Anschlüssen Wechselstrom laden. Dieser Typ Ladepunkt ist in Deutschland und wohl auch in Europa am meisten verbreitet und damit Standard. Die ZOEs der neuesten Modellreihe können nun zusätzlich die inzwischen an allen Fernstrecken üblichen Tripple-Charger mit 50kW-CCS-Anschlüssen nutzen. Im Verzeichnis von GoingElectric kann man alle Ladepunkte finden, die Bemerkungen anderer Fahrer am jeweiligen Anschluss erfahren und seine Strecke planen. Diese Datengrundlage wird auch von der App „chucca“ verwendet.

Elektrisierend: Verzeichnis aller Stromtankstellen (Quelle: GoingElectric.de)

Mein Tipp: Man sollte seinen Ladestopp so einrichten, dass man am Zielort mindestens noch 10 bis 20 km Restreichweite im Akku hat, dann kann eine verpasste Ausfahrt oder eine Umleitung keine Schweißperlen auf die Stirn treiben. Wer bereits einen größeren Akku hat und mehr als 250km weit fahren muss, kann zum Beispiel auch schon nach 150km einen Stopp einlegen und nachladen. Ist der Anschluss besetzt oder außer Betrieb, dann fährt man eben zum nächsten. Bei der heute schon existierenden Dichte der vielen Ladepunkte, die die ZOE nutzen kann, überhaupt kein Problem mehr.

Sicher, das Fahren über längere Strecken ist generell etwas aufwändiger und zeitraubender als beim Auto mit Verbrennungsmotor. Allerdings sind solche Wege im Alltag selten – oder man ist ein Fernfahrer und die ZOE und ihre kleinen Schwestern sind eben doch noch nicht akzeptabel. Bei drei oder vier solcher Fahrten im Jahr ist der höhere Zeitbedarf aber wohl zu verschmerzen und führt eventuell sogar zu einem entspannten Urlaubsbeginn abseits von Staus auf der Autobahn.

Seit meinem Start mit der ZOE in 2014 hat sich bei diesem Fahrzeug die Reichweite mehr als verdoppelt, obwohl der Preis beinahe gleich geblieben ist. Die Kosten für eine Kilowattstunde Akkukapazität sind eben deutlich gesunken, so dass ich für mein nächstes Auto mit einem „bezahlbaren“ Akku von mindestens 50kWh und somit einer Reichweite von realistisch 300 bis 400km auf Autobahn und Landstraße rechne (SIC! ZOE September 2019 mit Z.E.50). Diese Reichweite lässt im Alltag überhaupt keine Grenzen erkennen und auch die Ausnahme einer noch längeren Fahrt wird durch den weiteren Ausbau des Schnellladenetzes völlig problemlos. Derzeit mache ich z. B. auf einer Fahrt nach Hannover (ca. 300km) eine Pause von etwa 30 Minuten, während der ich an einem 22kW-Wechselstromanschluss auch nachlade. Damit kann ich gut leben und komme wesentlich entspannter bei meinem Zielort an, als es mit einem schnellen Verbrenner und ohne Pause der Fall war.

Alle Besitzer von Elektroautos sind sich heute schon einig, dass diese Art der Fortbewegung in vielerlei Hinsicht ein echter Fortschritt ist und wollen meiner Erfahrung nach nicht wieder zurück. Alle E-Autos bieten etwas, dass den Genuß am Fahren dauerhaft steigert. Das kann man unmittelbar erleben, wenn man sich in eines hineinsetzt und es fährt. Wer sich dieses Gefühl dauerhaft sichern möchte, hat mit der ZOE eine preiswerte Möglichkeit dazu, die in der Praxis gut funktioniert. Nicht mehr und nicht weniger will ich mit diesem Blog vermitteln.

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2 thoughts on “ZONIQ Fakten”

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