ZONIQ Fakten

Strom ist blau – ZOE R90 Z.E.40 am Gendarmenmarkt in Berlin (August 2018)

Wer sich generell mit dem Gedanken beschäftigt, ein Elektroauto zu fahren oder zu besitzen, findet hier hoffentlich hilfreiche und interessante Informationen – mit den Schwerpunkten Renault ZOe und seit August 2021 auch Hyundai ioNIQ 5. Beide Fahrzeuge kenne ich aus eigener Erfahrung und halte sie für hervorragende Kombinationen aus Preis und nützlicher Leistung.

Seit September 2021 wird der folgende Text sukzessive überarbeitet und angepasst. Hier ist die frühere Version der „ZOE Fakten“ zu finden.

Notwendig wurde eine Neuausrichtung dieses Blogs durch den Wechsel von der Renault ZOE zum Hyundai IONIQ 5. Dieses Fahrzeug gibt es seit dem Sommer 2021 und es stellt, wie bisher die ZOE, einen besonderen Schritt in der Entwicklung der E-Mobilität dar.

Da isser! IONIQ 5 has arrived (Juli 2021)

Als ich diesen Blog 2013 startete, gab es im Prinzip nur drei Modelle, die man kaufen konnte: Den e-Golf, den i3 und die ZOE. Wollte man tatsächlich ein Auto bestellen, wurde man bei BMW und Volkswagen jedoch angeschaut, als hätte man eine fliegende Untertasse verlangt.

Inzwischen bauen viele Hersteller gute Elektroautos, verkaufen die meisten Modelle auch und liefern sogar hin und wieder Fahrzeuge aus… Im Jahr 2022 gibt es jedenfalls eine breite Palette von Modellen in allen Preislagen und auch für alle typischen Anforderungen. Allerdings haben die meisten Fahrzeuge lange Lieferzeiten, da die Nachfrage immer wieder „überraschend“ hoch ist und die ohnehin gedeckelte Produktion nicht bei allen Herstellern flüssig läuft. Der weltweite Halbleitermangel, der Krieg und die Folgen der Pandemie machen sich zusätzlich natürlich auch hier bemerkbar.

Die ZOE ist nun seit über acht Jahren erhältlich, gut an breit verfügbare Ladeinfrastruktur angepasst und im Sinn des Wortes immer noch preiswert, wenn auch nicht billig. Ihr langjähriger Erfolg spricht für das gute Gesamtkonzept.

Den IONIQ 5 gibt es erst seit Ende Februar 2021 und er wird seit Juni/Juli in Europa ausgeliefert. Er spielt in einer ganz anderen Liga als die ZOE und zwar schon deshalb, weil seine Plattform zehn Jahre jünger ist: 800V Systemspannung gegenüber 400V ermöglichen mehr Leistung beim Laden und beim Fahren. Heck- und Allradantrieb erlauben eine andere Fahrdynamik und schließlich sind damit Anhängelasten bis 1.600kg möglich.

Folgende Informationen habe ich auf dieser Seite zusammengefasst:

1. Grundsätzliches
2. Das richtige Modell
3. Laden am Stellplatz
4. Öffentliches Laden
5. Fahren auf längeren Strecken

1. Grundsätzliches

Elektroautos wie die ZOE und der IONIQ 5 sind wirklich grandiose Lösungen für sehr viele Einsatzzwecke. Aber natürlich wird es heute und in der Zukunft Anforderungen geben, die einfacher mit einem chemischen Brennstoff erfüllt werden können. Ich bin ziemlich sicher, dass solche Lösungen sich etablieren werden, sei es Wasserstoff als Energiequelle z. B. für Flugzeuge, Schiffe, Loks und LKW oder auch synthetische Kraftstoffe für die bekannten Kolbenmotoren. Wann, das hängt von dem Zeitpunkt ab, an dem weltweit ausreichend erneuerbare Quellen für diesen wesentlich weniger effizienten Weg der Energiespeicherung zur Verfügung stehen.

Die Masse der Elektrofahrzeuge für das Gros der Autofahrer*innen werden daher einen Akku haben. Das machen auch die veröffentlichten Pläne und die Milliardeninvestitionen der Automobilhersteller deutlich. Sogar Toyota akzeptiert das inzwischen und baut die ersten vollelektrischen Serienmodelle. Denn die Energie-Effizienz der BEVs (Battery Electric Vehilcle) ist im Betrieb viel höher, ihre Leistungen steigen und die Preise für die Akkus sinken. Und ganz wichtig: Die Belastung von Umwelt und Beteiligten bei der Produktion und Rohstoffgewinnung für die Akkus wird ebenfalls mit jedem Entwicklungsschritt verringert.

ZOE und IONIQ 5 gehören aus meiner persönlichen Sicht zu den „bezahlbaren“ Modellen und heute bestellbaren Fahrzeugen mit alltagstauglichem Leistungsangebot. Dieses umfasst für die aktuelle ZOE etwa 200km bis 300km Autobahnfahrt am Stück (je nach Größe des Akkus), wenn man seine Geschwindigkeit bei ca. 100km/h hält. Die Reichweite schrumpft jedoch bei Gegenwind, Kälte, Steigungen, höherer Geschwindigkeit – oder wächst zum Beispiel beträchtlich beim Fahren im Stadtverkehr oder in anderen Bereichen mit Geschwindigkeitsbeschränkung. Für den IONIQ 5 gilt das in ähnlicher Weise. Hier lassen die zwei Akkugrößen 150km bis 250km Autobahnfahrt am Stück mit um die 130km/h zu. Beim Tempo 100 wären es 250 bis 350km.

Typische 22kW-Ladesäule: Eine von rund 15.000 in Deutschland (Stand 12.2020)

Die ZOE kann in rund 45 Minuten deutschlandweit Strom für 100km Autobahnfahrt mit ihrem 22kW-AC-Lader an inzwischen über 36.500 AC-Ladeanschlüssen (Stand Oktober 2021, Quelle: GoingElectric) nachladen. Das Auto kann jedoch auch mit einem zusätzlichen CCS-Anschluss ausgestattet sein, der bis zu 50kW DC-Schnellladung (etwa 6.100 Ladepunkte) zum Beispiel an Autobahnraststätten ermöglicht. Energie für zusätzliche 100km ist damit bereits nach etwa 20 Minuten im Akku.

Die Kosten für das Fahren mit Strom sind gering, von einigen regionalen Ausreißern mal abgesehen. Im Durchschnitt zahlt man um 7-9€ für 100km Autobahn mit der ZOE. Wechselstromladung ist etwa 20% günstiger als Gleichstromladung.

350.000 Watt-Pumpe hier in Himmelkron
(Stand OKT 2021 gibt es etwa 370 deutschlandweit)

Für den IONIQ 5 ist Strom für 100km Autobahnfahrt mit 130km/h an HPC-Ladeanschlüssen in ca. 5 bis 6 Minuten aufgeladen. Die Kosten dafür liegen bei unter €6 bis etwa €8. Das liegt einerseits an der hohen möglichen Ladeleistung von bis zu 230 Kilowatt, zum anderen an einem besonders günstigen Tarif an IONITY-Ladepunkten für die ersten zwei Jahre.

Dafür sind die Möglichkeiten des IONIQ 5 an Wechselstrom beschränkt auf 11kW. Das reicht für Ladevorgänge zum Beispiel über Nacht oder bei der Arbeit. Für den Strom-Snack zwischendurch sind CCS-Ladepunkte mit Gleichstrom bis 150kW (etwa 3.300) aber besser geeignet.

Unter diesen Bedingungen kommt man übrigens das ganze Jahr über mit beiden Fahrzeugen gut zurecht, auch wenn Fahrten über die Autobahn mit der ZOE etwas länger dauern, als man es mit dem Verbrennungsmotor vielleicht gewohnt ist. Mein persönliches Fazit der letzten bald acht Jahre ist jedenfalls ausgesprochen positiv: Ich fahre auf der Autobahn inzwischen lieber mal langsamer und länger mit dem Elektroantrieb als schnell mit dem Diesel oder dem Benziner. Seit dem Wechsel auf den IONIQ 5 treten nun auch auf längeren Strecken keine Zeitverluste mehr auf. Fahrgeschwindigkeit und Pausen kann ich nun ganz beliebig nach eigenen Vorstellungen gestalten.

In der Stadt und auf der Landstraße sehe ich für das elektrische Fahren überhaupt nur Vorteile. Es ist leise und bequem, dabei dynamisch und macht Spaß.

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2. Das richtige Modell der ZOE oder des IONIQ 5…

…wird für jeden anders aussehen. Es gibt aber ein paar Faktoren, die man kennen sollte, bevor man sich für eine Ausstattung entscheidet. Neufahrzeuge können heute mit unterschiedicher Akkugröße und Motorleistung bestellt werden, die im Nachhinein (meistens) nicht mehr zu ändern ist. Die Akkugröße – und beim IONIQ 5 auch die Anzahl der Motoren – entscheidet über die Antriebsleistung, den Stromverbrauch und natürlich die Reichweite der Autos am Stück. Bei der ZOE kann man zwischen Wechselstrom-Ladung und zusätzlicher CCS-Schnellladung wählen, beim IONIQ 5 ist beides in allen Modellen vorhanden. Aufgrund der Entwicklunge des Ladeangebotes rate ich bei allen Elektroautos dazu, den CCS-Anschluss immer mitzubestellen, so natürlich auch bei der ZOE.

Auf jeden Fall muss man wissen, dass nachträgliche Änderungen naturgemäß in der Regel nicht möglich sind, der Nutzwert des Autos jedoch stark von solchen Details abhängt. So ist für den Einen oder die Eine bereits ein Fahrzeug mit kleinerem Akku eine gute Lösung, andere Nutzer brauchen dagegen eventuell den größten Akku und Schnellladefähigkeit. Selbst wenn man anfangs nicht vorhat, auch mal weitere Strecken zu fahren, sollte man sich die Möglichkeit nicht verschließen. Auch bei einem späteren Verkauf des Autos spielt die sinnvolle Ausstattung eine wichtige Rolle.

Inzwischen sind Hersteller jedoch dazu übergegangen, nur noch eine Akkugröße zu verbauen, dem Kunden beim Kauf aber dennoch die Wahl zwischen mehreren Größen zu geben. Dann wird also durch die Software jeweils nur die Kapazität zur Nutzung freigegeben, die der Kunde bezahlt hat. In diesem Fall kann man den Akku später „vergrößern“. Nach dieser Möglichkeit sollte man vor Kauf eines E-Autos fragen.

Wer mit der ZOE als Pendler*in das ganze Jahr über tägliche Distanzen von bis zu 120km fahren will, kommt mit dem kleinen Standard-Akku gut zurecht und kann sich die Mehrkosten für die höhere Reichweite des großen „Z.E.50“-Akkus eigentlich sparen.

Ein großer Akku ist allerdings nicht nur von Vorteil, wenn man hin und wieder weitere Strecken fährt. Große Akkus halten auch etwas länger, da sie bezogen auf die geleisteten Kilometer seltener komplett entladen und geladen werden müssen. Man kann bei 50kWh Akkus durchaus von über 200.000km Lebensdauer ausgehen (1000 sog. Zyklen). Bei einem größeren Akku kann man zudem im Alltag so verfahren, dass man ihn nur zu etwa 80% auflädt und dennoch einige Wochen damit auskommt. Das reduziert den Verschleiß des Akkus enorm.

Ein größerer Akku beeinflusst bei Elektrofahrzeugen in der Regel zudem auch die Motorleistung, da er einen höheren Spitzenstrom liefern kann. Somit erhöht sich beim IONIQ 5 sowohl beim Heck- als auch beim Allradantrieb jeweils auch die Leistung und das Drehmoment bei der Wahl 72kWh-Akkus. Allerdings sind auch mit dem kleineren 53kWh-Akku Langstreckenfahrten kein Problem. Die Abstände der HPC-Ladestationen sind auf allen innerdeutschen Autobahnen so bemessen, dass man auch damit bei 130km/h den nächsten erreicht. Der Ladevorgang für jeweils 100km ist dort mit beiden Akku-Varianten nach 6 bis 8 Minuten erledigt.

Seit 2019 neu und noch besser: Front, Heck, Innenraum, Ladeanschluss CCS, größerer Akku, stärkerer Motor… (Quelle: Renault)

Für die ZOE gibt es neben dem R110-Motor auch den R135-Antrieb, der neben größerem Drehmoment auch eine höhere Beschleunigung bietet. Die ZOE war schon früher mit dem R90-Motor keine lahme Ente, macht aber nach Ansicht von Testern mit zusätzlicher Leistung noch mehr Spaß. Die Zahl neben dem Buchstaben kennzeichnet übrigens (inzwischen) immer die ungefähre Leistung in PS.

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3. Laden am Stellplatz

Dort, wo ein E-Auto gewöhnlich über längere Zeit abgestellt ist, lädt man natürlich am bequemsten. Wer also einen Stellplatz oder eine Garage besitzt und dort einen Stromanschluss nutzen kann, hat es sehr einfach und spart eine Menge Zeit. Denn er muss höchstens noch zur Tankstelle, wenn er Brötchen oder eine Zeitung braucht. Das Auto lädt dann während man schläft oder arbeitet (Nein, jetzt kommt kein Beamtenwitz!).
(Seit Dezember 2020 ist nun endlich seitens des Gesetzgebers der Anspruch von Mietern und Eigentümern auf einen Ladeanschluss am Stellplatz geregelt. Mehr darüber und zu geeigneten technischen Lösungen für mehrere Stellplätze gibt es hier im Artikel „Das ist der WEG“ zu lesen.)

Bei einer üblichen täglichen Fahrstrecke von 30 bis 40km muss die Kleine also nur alle zwei bis drei Tage an die Steckdose, selbst im Winter. Mit dem großen Akku können die Intervalle natürlich noch länger sein. In meinem Alltag mit dem 41kWh-Akku bei Stadtverkehr vergingen zwischen fünf und zehn Tagen, oft auch zwei bis drei Wochen, bevor ich das Kabel mal anstecken musste.

Wallbox, hier mit 11kW

Für die Stromversorgung zu Hause eignen sich grundsätzlich alle Anschlüsse von der sogenannten Schuko-Steckdose, über den blauen CEE-Campingstecker bis hin zum roten CEE-Drehstrom-Anschluss.

Zu bevorzugen ist jedoch eindeutig die Installation einer sogenannten Wallbox (ab ca. €500) mit Typ2-Steckdose, möglichst an einem dreiphasigen Drehstromanschluss. Die speziell für das Laden von Elektroautos entwickelte Typ2-Verbindung ist besonders sicher und übrigens auch an allen öffentlichen Ladepunkten vorhanden. Typ2-Dosen verfügen über solide Kontakte, die auch hohe Ladeströme problemlos verkraften und sind bei nicht angeschlossenen Kabel komplett stromlos. Jedes Kind kann sie ohne Gefahr benutzen. Wenn sich Auto und Wallbox einig sind, dass der Ladevorgang starten kann, wird das Kabel auf beiden Seiten verriegelt und erst dann fließt Strom.

Original ZOE Kabel Typ2 bis 22kW

Das im Preis der ZOE enthaltene Typ2-Kabel kann übrigens mit allen Typ2-Anschlüssen verwendet werden, egal welche Leistung sie bieten.

Renault bietet als Zubehör ein „Notladekabel“ an, das man in die üblichen Schuko-Steckdosen stecken kann. Die Bestimmung der sogenannten Haushaltssteckdose ist jedoch die Versorgung von Kleinelektro-Geräten. Man kann sich leicht vorstellen, dass das Laden eines Elektroautos damit nur „tröpfchenweise“ möglich ist und diese Steckverbindung dennoch bis an ihre konstruktive Grenze belastet wird. Auf Dauer sollte man also für sein Elektroauto eine solidere Steckverbindung verwenden und ggf. die Schuko-Dose gegen eine blaue CEE-Dose austauschen lassen.

NRGKick – Laden an Wechselstrom bis 22kW

Zur Nutzung dieser und anderer CEE-Dosen, also Standard-Wechselstrom-Anschlüssen, braucht man eine Art mobile Wallbox, die oft als Kabel mit einem Steuergerät zwischen den beiden Enden ausgeführt ist und mit entsprechenden Adaptern an die verschiedenen Anschlüsse angepasst wird. Praktisch bei dieser Lösung ist, dass man sie unterwegs an so ziemlich allen üblichen Stromanschlüssen nutzen kann, wenn man mal Bedarf hat. Die Nutzung dieser Lösung erfordert allerdings schon etwas mehr spezifisches Wissen und ist nicht so kinderleicht, wie das Laden am Typ2-Anschluss einer Wallbox.

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4. Öffentliches Laden

Ein wesentlicher Unterschied zum Fahrzeug mit Verbrennungsmotor ist beim Elektroauto natürlich die Art und Weise, wie es mit Energie versorgt wird. Flüssiger Treibstoff lässt sich ja bekanntlich ziemlich schnell nachfüllen und daher sind relativ wenige Tankstellen an günstig gelegenen Orten notwendig.

Beim Elektroauto dagegen, ist das „Befüllen“ ein Vorgang der seine Zeit dauert. Die Kapazität der Akkus und ihre maximale Ladeleistung sind daher zentrale Faktoren, die Nutzer und Konstrukteure der Elektromobilität beschäftigt. Fahrer*innen von Elektroautos sind auf eine gute Struktur von unterschiedlichen Ladepunkten angewiesen, um ihre Fahrzeuge uneingeschränkt nutzen zu können.

Laden für alle: CCS, CHaDeMo und Typ2

Besonders leistungsfähige Stromanschlüsse für das Schnellladen müssen vor allem entlang von Wegen vorhanden sein, die für Reisen oder Langstrecken mit höherer Fahrgeschwindigkeit genutzt werden. Dafür bieten sich Tankstellen, Autohöfe oder Raststätten an. Dort sind in der Regel ja schon Angebote wie Restaurant, Toilette oder Cafè vorhanden, die man während der notwendigen Wartezeit nutzen kann.

Für den Alltag reichen einfache Wechselstromanschlüsse an den üblichen Parkplätzen der Autos, dort wo die Fahrzeuge während der Abwesenheit ihrer Benutzer zum Arbeiten, Einkaufen, während der Nacht o. ä. – im Laufe längerer Standphasen also – bei Bedarf wieder aufladen können. Und wer keinen festen Stellplatz hat, der braucht diese Anschlüsse natürlich im öffentlichen Straßenraum.

Die Struktur öffentlicher Ladepunkte hat sich seit Erscheinen der ersten Fahrzeuge entsprechend entwickelt. Seitdem sind jedoch auch die Akkus größer geworden und die Ladeleistungen der Autos gestiegen. Und man hat durch den Praxisbetrieb eine Menge Erfahrungen gesammelt, die nun eine gute Grundlage für Energieversorger, Politik und Planer bilden, den Ausbau der Ladeinfrastruktur dem Bedarf und den aktuellen Möglichkeiten anzupassen.

Inzwischen gibt es die Tendenz, nicht nur auf Autobahnraststätten und -Tankstellen, sondern auch in den Ballungsräumen sogenannte High Power Charger (HPC) zu installieren. Dort können die meisten aktuellen Fahrzeugmodelle mit sehr hoher Leistung laden. Ähnlich wie beim Tanken geht der Energietransfer hier recht schnell. So kann zum Beispiel während einer kurzen Besorgung der Strombedarf für die ganze kommende Woche geladen werden.

Solche zentralen HPCs und andere Gleichstrom-Ladepunkte (DC) ergänzen daher auch regional die eher „langsamen“ Wechselstrom-Ladeanschlüsse (AC), die für längere Standzeiten der Autos gedacht sind und die natürlich in größerer Anzahl und in der Fläche benötigt werden.

Wer auf das Laden in der Öffentlichkeit angewiesen ist, sollte aber ein paar Punkte wissen, damit Frust und unnötig hohe Kosten ausbleiben:

Karten, Chips und Apps

Bezahlverfahren

Dafür ist sowohl ein technisches Medium notwendig, wie auch ein Zahlungsmittel und ein Ladetarif. Das bedarf etwas Vorbereitung.

Eine Smartphone-App oder ein RFID-Chip z. B. in einer Ladekarte sind die klassischen Verfahren zur Identifikation des Ladekunden. Aktuell können auch schon einige Automodelle diese Information stattdessen über das Ladekabel übertragen. Zusätzlich werden Ladesäulen auch mit Lesegeräten für die direkte Verwendung von Kreditkarten ausgestattet.

Dieses und andere Zahlungmittel lassen sich aber auch bequem in einem Vertrag mit einem Ladestromanbieter hinterlegen. Dessen Ladetarife bieten in der Regel wesentlich günstigere Strompreise als die „barrierefreie“ Bezahlmethode direkt an der Ladesäule und kann gut an den individuellen Bedarf angepasst werden kann. Detailiert gehe ich auf das jeweils aktuelle Angebot in der Rubrik „…und bezahlen ein“.

In Kürze: Wer ADAC-Mitglied ist, kann sich gratis über die ebenfalls kostenlose App von EnBW eine Ladekarte für einen recht günstigen Tarif bestellen. Hyundai bietet mit ChargeMyHyundai eine noch preiswertere Lösung speziell für seine Kunden an. Und für alle anderen hat Volkswagen aktuell zwei attraktive Tarife über sein Unternehmen Elli im Angebot.

Mindestens eines dieser Verfahren sollte man „in der Tasche haben“, auch wenn in der Regel privat am eigenen Anschluss geladen wird.

Anschlusskabel bzw. Ladetechnik

Seitens des Elektroautos ist für das öffentliche Laden am Stand- bzw. Zielort in der Regel ein Typ2-Kabel notwendig, um die Verbindung mit den heute üblichen Ladesäulen herzustellen. Bei der ZOE und beim IONIQ 5 ist das Kabel wie gesagt serienmäßig vorhanden und sollte stets im Fahrzeug mitgeführt werden.

Typische Schnellladesäule im fast-e Projekt

An allen Schnellladern sind die Anschlusskabel jedoch fest montiert. Fahrzeuge müssen dafür mit einem entsprechenden Anschluss (CHaDeMo oder CCS) versehen sein. Seit September 2019 kann man auch die ZOE mit einen CCS-Ladeanschluss bestellen, der IONIQ 5 hat ihn serienmäßig.
Dieses neue Feature ist sehr begrüßenswert, denn das schnelle Laden ist natürlich das, was dem Tanken eines Fahrzeuges mit fossilem Brennstoff am nächsten kommt und den Umstieg auf die Elektromobilität schließlich auch denen schmackhaft macht, die auf das Vertraute bestehen. Für sie kommt ein E-Auto wohl nur in Frage, wenn es sich beim „Tanken“ und bei der Nutzung wie ihr bisheriges Fahrzeug verhält.

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5. Fahren auf längeren Strecken

Für die ZOE ohne CCS-Schnellladetchnik sind 100km/h ideal, um zwischen den Ladestopps mindestens 200km weit zu kommen. Am meisten Spaß macht das auf Landstraßen, auf denen man inzwischen durch viele Orte mit 22kW-Ladepunkten kommt. Auf der Autobahn dagegen surft man zwischen LKW, Bussen und Wohnmobilen. Das kann auch kurzweilig sein, ist aber nicht jedermanns Sache. Gute 45 Minuten dauert eine Ladepause an Wechselstrom für 100 weitere Kilometer. Die Möglichkeit, CCS-Schnelllader nutzen zu können und der größere Akku neuer Modelle, erlauben ZOEs mit dieser Ausstattung einen etwas höheren Verbrauch. 200km sollten dann auch mit um die 120km/h möglich sein, und danach wäre eine Ladepause von nur etwa einer Stunde für die nächste Etappe nötig.

Der IONIQ 5 dagegen kann auch auf Langstrecken im Prinzip wie jedes andere Auto gefahren werden, denn die Ladetechnik ist sehr schnell und das Netz der dafür nötigen Ladepunkte schon recht dicht. Mit 130 km/h kommt man über 200km weit und kann die nächste Etappe nach etwa 15 bis 20 Minuten Ladepause antreten.

In jedem Fall sollte man sich vor der Fahrt überlegen, wo man laden will. Im Verzeichnis von GoingElectric kann man alle Ladepunkte finden, die Bemerkungen anderer Fahrer am jeweiligen Anschluss erfahren und seine Strecke planen. Dies ergänzt die Planung über eine Lade-App, die für die Beurteilung der Kosten notwendig ist. Mit dem IONIQ 5 wird man IONITY-HPC-Ladepunkte bevorzugen, denn dort ist der Strompreis sehr gering – zumndest im ersten Jahr, wo die Grundgebühr entfällt.

Elektrisierend: Verzeichnis aller Stromtankstellen (Quelle: GoingElectric.de)

Mein Tipp: Man sollte seinen Ladestopp so einrichten, dass man am Zielort mindestens noch 10 bis 20 km Restreichweite im Akku hat, dann kann eine verpasste Ausfahrt oder eine Umleitung keine Schweißperlen auf die Stirn treiben. Grundsätzlich rechnet man auf der Fahrt auch nur mit 70% seiner Akkukapazität, da der Akku zwischen 10% und 80% am schnellsten lädt. Man nutzt also auf Langstrecken nicht die maximale Reichweite aus, sondern die Schnellladefähigkeit der Autos. Entsprechend kurze Etappen bei flotter Fahrt und ebenfalls kurze Ladepausen sind die Formel, mit der es sich inzwischen am schönsten reisen lässt. (Für die erste und die letzte Etappe gilt das natürlich nicht, denn hier fährt man ja mit 100% los oder kommt vielleicht mit weniger als 10% an.)

Sicher, das Fahren über längere Strecken ist teilweise etwas aufwändiger und zeitraubender als beim Auto mit Verbrennungsmotor. Allerdings sind solche Wege im Alltag selten – zumindest für typische Autofahrer*innen. Bei drei oder vier solcher Fahrten im Jahr ist der höhere Zeitbedarf zu verschmerzen und führt eventuell sogar zu einem entspannten Urlaubsbeginn abseits von Staus auf der Autobahn.

Seit meinem Start mit der ZOE in 2014 hat sich bei diesem Fahrzeug die Reichweite mehr als verdoppelt, obwohl der Preis beinahe gleich geblieben ist. Die Kosten für eine Kilowattstunde Akkukapazität sind eben deutlich gesunken. Im Alltag reicht eine volle Akkuladung von aktuelen ZOEs inzwischen bis zu über 300km. Der IONIQ 5 kann am Stück in der Stadt sogar über 400km fahren. Diese Reichweite lässt im Alltag überhaupt keine Grenzen erkennen und auch die Ausnahme einer noch längeren Fahrt ist durch den Ausbau des Schnellladenetzes völlig problemlos.

Alle Besitzer von Elektroautos sind sich heute schon einig, dass diese Art der Fortbewegung in vielerlei Hinsicht ein echter Fortschritt ist und wollen meiner Erfahrung nach nicht wieder zurück. Alle E-Autos bieten etwas, dass den Genuß am Fahren dauerhaft steigert. Das kann man unmittelbar erleben, wenn man sich in eines hineinsetzt und es fährt. Wer sich dieses Gefühl dauerhaft sichern möchte, hat mit ZOE und IONIQ 5 bezahlbare Möglichkeiten dazu, die in der Praxis gut funktionieren und grandiose Lösungen für die jeweiligen Einsatzbereiche sind. Nicht mehr und nicht weniger will ich mit diesem Blog vermitteln.

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2 thoughts on “ZONIQ Fakten”

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